Montag, 14. März 2016

Ravensberger Platt in Vollendung

Von Ralf Keuper

Ein Ausschnitt einer Veranstaltung der VHS Halle/Westfalen, die ganz dem Ravensberger Platt gewidmet ist. 

Samstag, 12. März 2016

Die Hibernia-Affäre

Von Ralf Keuper

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bewegte die Hibernia-Affäre die Gemüter im Kaiserreich. Es handelte sich dabei um einen der größten Wirtschaftsskandale jener Zeit. Auslöser war der Auftrag des damaligen preußischen Handelsministers Theodor von Möller an die Dresdner Bank, die Mehrheit der Aktien an der Hibernia - der zu dem Zeitpunkt drittgrößten Bergwerksgesellschaft des Ruhrgebiets - zu erwerben. 

Zur Geschiche der Hibernia AG:
Im Jahr 1855 gründete der Ire William Thomas Mulvany in Gelsenkirchen mit dem Abteufen eines Schachtes ein Bergwerk, das er Zeche Hibernia nannte. Der Name bezieht sich auf die lateinische Bezeichnung für Irland. Zwei Jahre später wurde in Herne die Zeche Shamrock gegründet. Am 11. März 1873 schlossen sich beide Bergwerke unter gemeinsamer Leitung zur Hibernia & Shamrock Bergwerksgesellschaft in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft mit Sitz in Berlin, später Herne, zusammen. Im Jahr 1887 erfolgte die Umbenennung in Bergwerksgesellschaft Hibernia.
Unter den Bergwerksbetreibern des Ruhrgebiets sorgte die staatliche Intervention in dem oligopolistischen Markt (Kohlesyndikat)  für große Empörung. Auf der anderen Seite begrüßten die Industriellen, die auf Kohle angewiesen waren, sowie zahlreiche Kohlehändler und Arbeiterorganisationen den staatlichen Eingriff, da sie sich davon sinkende Kohlepreise versprachen. 

Staatsminister Möller wurden eigensüchtige Motive unterstellt, da er selber Großaktionär eines Unternehmens war, das sich in ständigen Auseinandersetzungen mit dem Kohlesyndikat befand. Das Unternehmen wurde später vom Kohlesyndiakt aufgekauft und stillgelegt. 

Interessant ist die Person von Theodor Möller auch deshalb, da sie einen guten Einblick in das Beziehungsgeflecht der westfälischen Wirtschaft zu Anfang des 20. Jahrhunderts gibt:
Möller stammte aus einer alten Unternehmerfamilie. Der Urgroßvater war Mitte des 18. Jahrhunderts Bergwerks- und Hüttenbesitzer in Warstein. Ein Amsterdamer Großkaufmann Nottebohm heiratete in die Familie ein, deren westfälischer Zweig nun auch Überseehandel in Geschäft aufnahm, und deren einzelne Glieder sich als Großkaufleute in Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen, später auch London niederließen. Die Mutter Theodor Möllers war eine geborene Woermann. Möller absolvierte seine Lehrzeit bei seinem Onkel Carl Woermann in Hamburg, wuchs mit Adolf Woermann zusammen auf und gelangte so zu engen Beziehungen zur Hamburger Großbourgeoisie. (in: Ein neuer Hintergrund der Hibernia-Affäre)
Möller war u.a. als Vorstand und Aufsichtsrat der Westfälischen Bank zu Bielefeld tätig. In der deutschen Industrie und in der Hochfinanz galt er jedoch eher als Randfigur. 

Zur weiteren  Geschichte der Hibernia AG (Wikipedia):
Im Februar 1917 ging die Hibernia AG vollständig in staatlichen Besitz über, dessen Verwaltung die Königliche Bergwerksdirektion Recklinghausen übernahm. 1925 wurde die Bergwerksdirektion Recklinghausen umgewandelt in die Bergwerks-Aktiengesellschaft Recklinghausen. 1935 wurden die Bergwerks-AG Recklinghausen und die Bergwerksgesellschaft Hibernia in der Bergwerksgesellschaft Hibernia AG zusammengefasst. Diese gründete das Hydrierwerk Scholven in Gelsenkirchen-Scholven.
Nach dem 2. Weltkrieg ging die Hibernia AG in die VEBA AG auf, aus der später dann die E.ON hervorging. 

Harsewinkel im Wandel der Zeit - "Old Hausewinkel" (Video)

Von Ralf Keuper

Nach Ansicht von Georg Terlutter wurde die westfälische Kleinstadt Harsewinkel (Kreis Gütersloh) über die Jahrzehnte ihres ursprünglichen Gesichts beraubt. Um wenigstens in Bildern die Erinnerung wach zu halten, hat Terlutter bisher drei Videos erstellt.




Regionalräte setzen sich für Westfalen ein - Elf-Punkte-Papier verabschiedet

Von Ralf Keuper

Gestern trafen sich im Landeshaus in Münster die Regionalräte von Arnsberg, Detmold und Münster, um ein Elf-Punkte-Papier zu beschließen. 

Das Positionspapier im genauen Wortlaut: Starkes Westfalen-Lippe - die Wachstumsregion

Auszug: 
1. Im Landesentwicklungsplan NRW muss eindeutig formuliert werden, dass in allen Regionen des Landes NRW, in den Metropolregionen Ruhr und Rheinland sowie in der mittelstandsgeprägten Wachstumsregion Westfalen-Lippe, regionale Kooperationen und funktionale Arbeitsteilung gleichermaßen gewünscht, unterstützt und weiterentwickelt werden. Insoweit wird die Ankündigung der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft begrüßt.
2. Westfalen will und wird seine bisher schon erfolgreichen Wachstums- und Innovationsprozesse weiter ausbauen und erwartet, dass die Landesregierung bei dem Einsatz von Fördermitteln eine Gleichbehandlung aller Regionen sicherstellt; die Ausweisung als Metropolregion kann kein Kriterium für Förderung sein. ...
4. Die Fördermittel von Bund und Land müssen in enger Abstimmung mit den Kreisen, den Oberzentren und auch den Kommunen zeitnah für eine flächendeckende leistungsfähige Breitbandversorgung von 100 Mbit/s aktiviert werden. Der Ausbau von FTTH / Glasfaser zur symmetrischen Übertragung muss umgehend in allen Gewerbe- und Wohngebieten erfolgen. Ein Kataster ist zu erstellen, soweit noch nicht geschehen. Auch für die dünn besiedelten Außenbereiche müssen möglichst sofort Lösungen gefunden werden. Wir regen an, dazu einen „Masterplan Breitband für Westfalen-Lippe“ zu erarbeiten. ...
10. Unsere mittelständisch geprägte Wachstumsregion muss durch den Ausbau wichtiger Infrastrukturprojekte besser, schneller und möglichst umweltgerecht erreichbar sein. Dabei gilt es, durch den bedarfsgerechten Ausbau wichtiger Erschließungsstraßen sowie besonders durch Lückenschlüsse, strategisch wichtiger Schienenverbindungen und Wasserwege eine Vernetzung der wichtigen Verkehrsstrukturen aufzubauen und finanziell sicherzustellen. 


Sonntag, 6. März 2016

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Filmdokumentation)

Von Ralf Keuper

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen wirbt mit ihrer Meisterwerke-Sammlung aus verschiedenen Genres. Ihre herausragende Stellung verdankt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen nicht zuletzt dem Wirken von Werner Schmalenbach, dessen Vater Herman Schmalenbach und Onkel Eugen Schmalenbach aus dem märkischen Sauerland stammten. Lesenswert sind die Gespräche, die Susanne Henle mit Werner Schmalenbach führte und als Buch herausgegeben hat. 


Sehenswert auch die Filmdokumentation Miró. Malerei als Poesie Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen