Samstag, 11. Juni 2016

Hexenwahn in Lemgo (Film)

Von Ralf Keuper

Im 16. und 17. Jahrhundert wütete in Deutschland der Hexenwahn, dem zigtausend Menschen zum Opfer fielen. Lemgo war einer der Orte, an dem die Hexenverfolgung besonders verbreitet war. Zu zweifelhaftem Ruhm brachte es der sog. Hexenbürgermeister Hermann Cothmann, der im Hexenbürgemeisterhaus, einem Wahrzeichen der Stadt Lemgo, wohnte. 


In Lemgo dauerte der Hexenwahn fast einhundert Jahre. Mehr als 250 Frauen und Männer fielen der Hexenverfolgung in Lemgo zum Opfer. Vom Hexenwahn waren katholische und evangelische "Gläubige" gleichermaßen befallen. Um in den Verdacht zu geraten, eine Hexe zu sein, reichten häufig Denunziationen von Mitbürgern aus, die den oder die Betreffende bei der Ausübung magischer Handlungen beobachtet haben wollten, wie im Fall des lutherischen Pfarrers Andreas Koch.  Koch wurde zum Verhängnis, dass er öffentlich seine Zweifel am Sinn und Zweck der Hexenverfolgungen äußerte. 
Besonders makaber an den Hexenprozessen war, dass die Opfer für die Kosten ihrer Folterung und der "Gerichtsverfahren" aufkommen mussten. Die Hexenverfolgung war demnach auch ein lukratives Geschäft. 
Nur wenige Kilometer von Lemgo entfernt, in Paderborn, erhob der Jesuit Friedrich von Spee als einer der Ersten in Deutschland in seiner Cautio Criminalis seine Stimme gegen die Hexenverfolgung. 

Gewohnt satirisch hat sich Monty Python mit dem Thema Hexenverbrennung beschäftigt. 

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