Samstag, 30. Januar 2016

Weidmüller gibt ein diffuses Bild ab

Von Ralf Keuper

Weidmüller aus Detmold zählt zu den Vorzeigeunternehmen in Ostwestfalen-Lippe. Wann immer die Rede von den Möglichkeiten der Elektronischen Verbindungstechnik im Zusammenhang mit it's owl ist, fällt der Name Weidmüller fast schon automatisch. 
Die Außendarstellung des Unternehmens dagegen gab in der Vergangenheit häufig Anlass zur Kritik. Der Reputation des Unternehmens kaum zuträglich war der unfreundliche Übernahmeversucht des Familienunternehmens  R. Stahl. Deutschlandradio Kultur sprach in dem Zusammenhang vom entzauberten Mythos Familienunternehmen

In das widersprüchliche Bild fügen sich zwei aktuelle Meldungen nahtlos ein. So verkündete das Unternehmen, einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag am Hauptsitz Detmold investieren zu wollen. Geplant ist ein Bürogebäude, das ganz der Industrie 4.0 gewidmet ist. Auf der anderen Seite, fast zeitgleich, kommt die Meldung, dass Weidmüller den Abbau von 121 Stellen in Detmold plant, was auf Seiten der Gewerkschaften und der Belegschaft auf Unverständnis stösst. Die LZ schreibt dazu:
Seit Jahren werde die Verlagerung ins Ausland als alternativlose Strategie verkauft, heißt es auf dem Flugblatt. Doch das Ergebnis sei, dass Weidmüller an Wettbewerbsfähigkeit verliere, Umsatz- und Ertrag nicht zufriedenstellend seien. Die IG Metall kritisierte weiter, dass die Wettbewerber im Markt erfolgreicher agierten, bei Weidmüller hingegen das Produktportfolio nicht mehr marktgerecht sei und die Produktionsanlagen nicht mehr Stand der Technik.
Die Unternehmensleitung verteidigt ihre Entscheidung als alternativlos und weist bei der Gelegenheit auf die Investitionsvorhaben am Standort Detmold hin. 

Auffallend ist, dass vergleichbare Meldungen von den anderen Unternehmen der elektronischen Verbindungstechnik in Ostwestfalen-Lippe, wie Wago, Phoenix Contact, Harting und Beckhoff, kaum zu beobachten sind. Im Gegenteil: Dort hat man in den letzten Jahren mit dem Umsatz auch die Anzahl der Beschäftigten z.T. signifikant erhöht. 

Weitere Informationen:

Klemmen-Valley Ostwestfalen-Lippe

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