Samstag, 17. Dezember 2016

Westfälische Erinnerungsorte. Beiträge zum kollektiven Gedächtnis einer Region

Von Ralf Keuper

In der vergangenen Woche wurde das Buch Westfälische Erinnerungsorte offiziell vorgestellt. Auf der Verlagsseite heisst es u.a:
Was haben der Pumpernickel, die Porta Westfalica und der Ruhrbergbau gemeinsam? Was verbindet den Sachsenherzog Widukind, Fürstin Pauline zur Lippe und Martin Niemöller? So unterschiedlich diese Personen, Dinge, Orte und Themen erscheinen mögen: Sie lassen sich alle unter den Oberbegriff der „westfälischen Erinnerungsorte“ fassen.
In  „Westfälische Erinnerungsorte“: Aus einem Lehrprojekt an der Universität Münster und in einem Radio-Interview äußert sich die Herausgeberin Lena Krull zum inhaltlichen Aufbau des Buches und zu den Beweggründen, die sie dazu veranlasst haben, das Projekt Westfälische Erinnerungsorte durchzuführen.  

Sonntag, 11. Dezember 2016

Die Weltflucht Gottfrieds von Cappenberg

Die Weltflucht Gottfrieds von Cappenberg, der berufen war, das Werk seines Schwiegervaters fortzusetzen und zu vollenden, hat die Weichen für die Zukunft Westfalens Zukunft anders gestellt. Statt zu einem großangelegten weltlichen Territorium entwickelte sich Westfalen seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zu einem Konglomerat von überwiegend geistlichen Fürstentümern, in dem der Ansatzpunkt zu einer gesamtwestfälischen Konzeption innerhalb der Reichspolitik fehlte. Es ist aber kein Zufall, dass dieses Westfalen trotz seiner Erweiterung um große Teile Engerns bis an die Weser nach dem Scheitern Friedrichs von Arnsberg aus der Reichspolitik ausschied. Es lag seitdem im Windschatten der großen Politik, und verzettele seine Kräfte in lokalen Bereichen.
Quelle: Joseph Prinz: Der Zerfall Engerns und die Schlacht am Welfesholz, in: Ostwestfälisch-Weserländische Forschungen zur Geschichtlichen Landeskunde. Kunst und Kultur im Weserraum 800-1600

Weitere Informationen:

Warum verschwand Engern?

Making of Founders Space in Bielefeld

Freitag, 2. Dezember 2016

Die Kruzifixsammlung Museum Abtei Liesborn

Die Kruzifixsammlung, zu der Werke von so namhaften Künstlern wie Francis Bacon, Joseph Beuys, Marc Chagall und Salvador Dali gehören, ist einmalig in Rang und Umfang. Sie zählt mehr als 800 Objekte. Die Exponate sind chronologisch gehängt und vermitteln einen Überblick über die Entwicklung der Kreuzigungsikonographie von der Romanik bis zur Gegenwart (Quelle: Museum Abtei Liesborn).
Fernsehinterview mit dem langjährigen, inzwischen emeritierten Leiter des Museums Abtei Liesborn, Dr. Bennie Priddy, zum Thema Das Kreuz als Symbol politischer Herrschaft


Weitere Informationen:

Kreuzsammlung erstrahlt in neuem Glanz

Westfalen News #40

Von Ralf Keuper

Wiederum eine Aufstellung einiger Beiträge aus und über Westfalen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind:

Samstag, 29. Oktober 2016

Westfalen News #39

Von Ralf Keuper

Wiederum eine Aufstellung einiger Beiträge aus und über Westfalen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind:

Samstag, 8. Oktober 2016

Verein für Westfälische Kirchengeschichte

Der Verein hat sich die wissenschaftliche Erforschung der westfälischen Kirchengeschichte zur Aufgabe gemacht. Er will das Interesse an kirchlicher Vergangenheit in allen Kreisen der Gesellschaft anregen und vertiefen. 
Für das kirchliche Leben der Gegenwart ist es eine wichtige Voraussetzung, über die lokale und regionale Geschichte, die Land und Leute geprägt hat, im Bilde zu sein. Dazu will der Verein beitragen. 
Insbesondere sieht es der Verein als seine Aufgabe an, Hinweise zur Erforschung wichtiger Sachgebiete und Themen zu geben und beratend bei der Bearbeitung zur Seite zu stehen. Quelle: Homepage
Weitere Informationen: 

Warum steht der Landschaftsverband Westfalen-Lippe wirtschaftlich so schlecht da?

Von Ralf Keuper

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe sorgt, was die Finanzlage angeht, seit Jahren für negative Meldungen. So auch in diesem Jahr. Für das Jahr 2017 rechnet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit einen Jahresfehlbetrag von 228 Millionen Euro. Um diese Lücke schließen zu können, ist die Erhöhung des Umlagensatzes geplant. Das wiederum ruft bei den betroffenen Kommunen alles andere als Begeisterung hervor. 
Damit könnte man das Kapitel schließen, wäre da nicht der direkte Vergleich mit dem Landschaftsverband Rheinland, worüber der Beitrag Reiches Rheinland, armes Westfalen: Riss quer durchs Revier berichtet. Anders als in Westfalen-Lippe, rechnet der Landschaftsverband Rheinland für das nächste Jahr "nur" mit einem Fehlbetrag von 15,3 Millionen Euro. Eine Erhöhung des Umlagensatzes schließt der Landschaftsverband Rheinland schon jetzt aus.

Wie kommt es, dass der LVR wirtschaftlich so viel besser da steht als der LWL?  In einer Grafik des erwähnten Beitrags werden die Landschaftsverbände mit ihren Kennzahlen gegenübergestellt:


Der LVR hat 2.000 Mitarbeiter mehr als der LWL, müsste demnach höhere Personalkosten haben. Die Zahl der Förderschulen ist ebenfalls höher als in Westfalen. Lediglich bei den Kliniken ist die Zahl in Westfalen deutlich höher als im Rheinland. Der LVR verfügt über einen deutlich höheren Etat als der LWL. Die Differenz beträgt immerhin 500 Millionen Euro. 
Klingt einigermaßen plausibel bzw. ausgewogen - warum also arbeitet der LWL chronisch defizitär? Der LWL gibt als Grund das allgemein höhere Steueraufkommen der LVR-Kommunen an. Reicht das wirklich als Begründung? Ist das Steueraufkommen der LVR-Kommunen tatsächlich so viel höher, dass der Fehlbetrag im Rheinland im nächsten Jahr um ca. 200 Mio. Euro geringer ausfällt als in Westfalen-Lippe? Ist das plausiblel u.a. mit Blick auf die Finanzlage der NRW-Städte (2013)
Laut Zeitungsbericht seien Hauptursachen für das Defizit im kommenden Jahr Sondereffekte in der Sozialgesetzgebung des Bundes wie das Bundesteilhabegesetz sowie höhere Ausgaben bei Sozial- und Erziehungsdiensten. Aber gilt das nicht auch für den Landschaftsverband Rheinland?

Es muss noch andere Ursachen geben. 

Samstag, 1. Oktober 2016

Glaubte Friedrich Spee an Hexen?

Friedrich Spee war ein Kind seiner Zeit. Für ihn war es - entgegen allen anachronistischen Verzerrungen unserer Tage - kein Widerspruch, an die Vernunft der Zeitgenossen zu appellieren und gleichzeitig an die Existenz von Hexen zu glauben. Der populäre Mythos, Spees Vernunftverständnis sei der Ausfluss einer aufklärerischen Rationalität, kann in ihrer Pauschalität nicht aufrecht erhalten werden. Daher stellt sich die Frage, was an Spees Werk bemerkenswert bleibt, wenn die wegweisende Radikalität seiner Kritik so stark zu relativieren ist? Die Antwort liegt einerseits in seiner Person und andererseits in dem Aufbau seiner Cautio Criminalis. ...

Zu seiner Cautio Criminalis: Friedrich Spee ist an vielen Stellen seines Buches nicht originär, sondern nutzt Argumente, die teilweise schon von seinen Vorgängern verwendet worden sind. Allerdings liegt das Spezifikum seiner Schrift in der gewählten Ich-Form. Dank ihres Gebrauchs kann der Leser sich mit dem Geschriebenen identifizieren, d.h. sich in die Situation einer angeblichen Hexe hineinversetzen, ihre Verzweiflung und Hilflosigkeit, sogar die Schmerzen der Folter nachempfinden. Der Rezipient wird förmlich gezwungen, sich selbst zu fragen, ob er die gleichen Qualen ertragen könnte oder doch dem physischen und psychischen Druck der Tortur nachgäbe, dem Inquisitor beliebige Namen angeblicher Teufelsbündnerinnen nennen und sich selbst als Hexe bezichtigen würde. Die Darstellungsform ist das Einmalige an der Cautio Criminalis, weil sie eine Identifikation mit den Opfern ermöglicht und gleichzeitig die Funktion des Gewissens übernimmt, das den Leser an das Gebot der Nächstenliebe erinnert. 

Vor allem dieser moralische Impetus, verbunden mit einer humanistischen Ernsthaftigkeit ist dafür verantwortlich, dass die Persönlichkeit Friedrich Spees nach wie vor beeindruckt und sein Hauptwerk Cautio Criminalis, seit Leibniz über die Jahrhunderte hinweg immer wieder zu einer kritischen Auseinandersetzung einlädt. 
Quelle: Glaubte Friedrich Spee an Hexen? Einige kritische Gedanken zur Cautio Criminalis von Sarah Masiak, in: Paderborner Historische Mitteilungen, Jg. 24, 2011

Weitere Informationen / Verwandte Beiträge:

Hexenwahn im Mittelalter (Filmdokumentation)

Friedrich Spee, Anton Praetorius, Peter Hagendorf, Hermann Cottmann und der Hexenwahn in Westfalen

Hexenwahn in Lemgo (Film)

Westfalen News #38

Von Ralf Keuper

Wiederum eine Aufstellung einiger Beiträge aus und über Westfalen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind:

Samstag, 24. September 2016

Holger Berens: Ein fabelhaft finessenreicher Koch

Von Ralf Keuper

In Heldentaten nach Heinrich Heines Geschmack portraitiert Jakob Strobel Y Serra den aus Westfalen stammenden Koch Holger Berens, der im Medienhafen Düsseldorf mit seinen Menüs womöglich nicht nur den FAZ-Kolumnisten zum Schwärmen bringt. 

Die Urlaubs-Gurus aus Holzwickede

Von Ralf Keuper

In Holzwickede im Kreis Unna haben Daniel Krahn und Daniel Marx in den vergangenen Jahren ihr Startup Uniq zu einer beachtlichen Größe entwickelt. Mittlerweile zählt das Startup 140 Mitarbeiter. Über seine Internetseite Urlaubsguru.de vermittelt das Unternehmen pro Jahr Reisen im Wert von 200 Millionen Euro, wie die FAZ vom 19.09.2016 in Die Gurus haben mehr Fans als die TUI berichtet. 

Außergewöhnlich an dem Unternehmen ist auch die Heimatverbundenheit der Gründer. Obwohl der Schritt nach Dortmund von Holzwickede aus eigentlich nur ein kleiner ist, sei die Wahl bewusst auf Holzwickede gefallen:
Wir mögen Dortmund und sind auch Fans des BVB. Aber wir sind stolz, unser Unternehmen in unserer Heimat, im Kreis Unna, aufgebaut zu haben.
Die FAZ fügt dem noch hinzu: 
Dort wollen sie nicht weg. Stattdessen holten sie ausländische Mitarbeiter nach Holzwickede, die die niederländische, portugiesische, englische und französische Guru-Seite befüllen. Jüngst kam das dänische Angebot dazu. 
Weitere Informationen:

Gründerpreis NRW 2016 geht an Reiseportal

Freitag, 23. September 2016

Die C&A Story (Dokumentationsfilm)

Das Wagner-Wunder von Minden

Von Ralf Keuper

Im Jahr 2002 begann mit Der fliegende Holländer das sog. Wagner-Wunder von Minden. In diesem Jahr setzt sich das Wunder mit der Aufführung der Walküre fort, wie die FAZ in Wagner-Fans, bitte hier lang! schreibt.

Auf der Seite Der Ring in Minden kann man sich über die Aufführungen und deren Aufnahme in den Medien informieren.

Im Jahr 2012, zum hundertjährigen Bestehen des Wagner-Verbandes Minden, wurde Tristan und Isolde aufgeführt. 



Mittwoch, 7. September 2016

Samstag, 3. September 2016

Bilanz der Möbelindustrie fällt durchwachsen aus

Von Ralf Keuper

Würden die Geschäfte der Hersteller von Küchenmöbeln nicht so gut laufen, dann fiele die Bilanz der deutschen Möbelindustrie unterm Strich wohl negativ aus. Wie u.a. die FAZ in Küchenhersteller sorgen für Umsatzplus in der Möbelindustrie berichtet, haben vor allem die Hersteller von Wohnmöbeln momentan schwer zu kämpfen. Eine Ursache dafür ist, dass die großen Möbelhäuser wie Porta immer stärker auf ausländische Hersteller zurückgreifen. Er werde immer schwieriger, so der Präsident des VDM, Axel Schramm, in Deutschland zu konkurrenzfähigen Preisen zu produzieren. Erschwert wird das Geschäft auch dadurch, dass das Wohnzimmer nicht mehr die Bedeutung als Mittelpunkt des Hauses hat. Diese Rolle hat mittlerweile die Küche übernommen. Als Folge davon gehen der Bedarf an klassischen Wohnmöbeln, wie massiven Schränken oder gar ganzen Fronten, zurück, worunter Hersteller wie hülsta aus Stadtlohn zu leiden haben. Die Wohnstil ist heute modular geprägt, große Einheiten sind da nicht mehr angesagt. Häufig reichen schon kleine Low- oder Sideboards. Neben hülsta sind in der letzten Zeit auch andere Möbelhersteller in die Bredouille geraten, wie Paschen aus Wadersloh oder Bast aus Werne, die Insolvenz anmelden mussten. Ebenfalls in Schwierigkeiten befindet sich Nolte aus Delbrück.

Anders sieht es dagegen bei den Herstellern von Küchenmöbeln aus. Hier laufen die Geschäfte seit Jahren auf Hochtouren. Grund dafür ist u.a. der anhaltende Bauboom. An der Küche, so die Konsumentenforscher von GfK , werde nicht gespart. Hinzu kommt, dass Hersteller wie nobilia aus Verl oder Häcker aus Rödinghausen ihre Produktion stark automatisiert und digitalisiert haben und so äußerst effizient produzieren können. Die Küchenhersteller aus Ostwestfalen-Lippe dominieren den deutschen Markt mit einem Markanteil von bis zu 60 Prozent. Vor einigen Jahren widmete sich brand eins in Küchenhersteller in Ostwestfalen-Lippe. Die k. u. k. Dynastie  dem "Möbel Valley" Deutschlands.  

Weitere Informationen:

Möbelland Westfalen

Westfalen News #37

Von Ralf Keuper

Wiederum eine Aufstellung einiger Beiträge aus und über Westfalen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind:

Samstag, 20. August 2016

Bilderbuch Deutschland - Rund um den Biggesee

Flughäfen und Flugplätze in Westfalen

Von Ralf Keuper

Lange Zeit war Westfalen ein weißer Fleck in den Flugverkehrsplänen. Und das, obwohl die Flughafen Dortmund GmbH eine der ersten ihrer Art in Deutschland und Dortmund ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt war: In den 1920er Jahren gingen über Dortmund mehr Linienflüge als über Essen oder Düsseldorf. 
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in Westfalen große Verkehrsflughäfen mit internationaler Anbindung, wie in Münster, Dortmund und Paderborn. 
Sören Gerkensmeyer hält dazu in Flugplätze in Westfalen – eine neue Wettbewerbssituation? fest:
In Westfalen existieren derzeit vier Verkehrsflughäfen, zwei Militärflughäfen sowie mehrere kleine Verkehrslandeplätze. Die Airports Dortmund, Münster/Osnabrück und Paderborn/Lippstadt besitzen den Status eines Internationalen Verkehrsflughafens, während der Flughafen Siegerland als Regionaler Verkehrsflughafen gilt. Im bundesweiten Vergleich weist diese Region eine für ihre Größenordnung hohe Dichte an Start- und Landeplätzen des zivilen Luftverkehrs auf. Was für die Passagiere eine gute Erreichbarkeit und stetige Auswahlmöglichkeit garantiert, stellt die Flughafenunternehmen jedoch in einen direkten Wettbewerb zueinander.
Das Schaubild Flughäfen und -plätze in Nordrhein-Westfalen weist für Westfalen einen Internationalen Flughafen (Münster-Osnabrück) und drei Regionalflughäfen (Dortmund, Paderborn-Lippstadt, Siegerland) aus. Daneben bestehen noch zahlreiche Verkehrslandeplätze, wie Bielefeld-Bleiwäsche: 
Er liegt rund 7 Kilometer südlich der Bielefelder Innenstadt im Stadtbezirk Senne und wird von der Flughafen Bielefeld GmbH betrieben. Gesellschafter sind unter anderem die Stadt Bielefeld, die IHK Bielefeld und 14 Unternehmen aus der Region. Der Flugplatz verfügt über eine knapp 1300 Meter lange, befeuerte und asphaltierte Start- und Landebahn und wird vor allem von regionalen Unternehmen, Privatpersonen und örtlichen Luftsportvereinen benutzt (Quelle: Wikipedia) 
Ein weiterer Flugplatz mit vergleichsweise hohem Verkehrsaufkommen ist der Flugplatz Arnsberg-Menden:
Der Flugplatz entstand 1970 zunächst als Verkehrslandeplatz für den Kreis Arnsberg. Nach der kommunalen Gebietsreform von 1975 ging er in den Besitz desHochsauerlandkreis über. Dieser betrieb ihn bis in das Jahr 2000 hinein. Danach übernahm eine Gruppe von 13 Gesellschaftern der regionalen Wirtschaft von 2001 bis 2006 den Betrieb. 2006 schieden elf Gesellschafter aus, übrig blieben lediglich die Firmen OBO Bettermann und Lobbe aus Iserlohn. Im April 2012 stieg Lobbe aus dem Gesellschaftervertrag aus, somit ist OBO Bettermann der nunmehr alleinige Gesellschafter. Der Flugplatzgesellschaft Arnsberg-Menden mbH gehören sowohl das Gelände als auch die technische und bauliche Infrastruktur. ..
Mittlerweile hat die Start- und Landebahn eine Länge von 920 Metern. Im Dezember 2013 wurde von der Bezirksregierung Münster die weitere Verlängerung der Landebahn auf 1180 Meter genehmigt (Quelle: Wikipedia). 
Oerlinghausen ist Heimat des größten Segelfugplatzes der Welt. Ein weiterer bekannter Segelflugplatz ist der in Paderborn-Haxterberg: 
Der Flugplatz Paderborn-Haxterberg besteht seit 1973 und wird von der Luftsportgemeinschaft Paderborn e. V. betrieben, die ihn überwiegend in Eigenleistung aufbaute, nachdem der bis dato genutzte Flugplatz Paderborn-Mönkeloh im Zuge der Erweiterung des dortigen Industriegebietes aufgegeben werden musste. Er hat eine 700 m lange Asphaltpiste, mit einer Unterflur-Befeuerung, die Mitte April 2007 fertiggestellt und eingeweiht wurde. Die Segelflugbahn ist 1100 m lang; sie erstreckt sich somit über die gesamte Länge des Geländes. 
Der Flugplatz war 1981 Austragungsort der Segelflug-Weltmeisterschaften im Streckenflug und 1988 solcher der Segelkunstflug-Weltmeisterschaft (Quelle: Wikipedia)
Für zivile Zwecke wurde für einige Jahre der Militärflughafen der Briten in Gütersloh genutzt, worüber der Beitrag Flugplatz: Bertelsmann und Miele heben ab berichtet. 

Auf heftige Kritik in Dortmund und Paderborn stieß vor wenigen Wochen der neue Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen:
Der Grund: Dortmund wird ebenso wie die Flughäfen Weeze und Paderborn/Lippstadt lediglich als "regionalbedeutsam" eingestuft. Düsseldorf, Köln/Bonn und Münster/Osnabrück sollen hingegen den Status "landesbedeutsam" erhalten (in: Flughafen Dortmund erneuert Kritik an Landesentwicklungsplan)

Freitag, 19. August 2016

Verlassene Orte in Westfalen

Von Ralf Keuper 

Das Phänomen verlassener Orte ist auch Westfalen anzutreffen. Beispielhaft dafür sind das Motor Technica Museum Bad Oeynhausen, die stillgelegte Brandt Zwiebackfabrik in Hagen, Brinkhaus in Warendorf und ein Autohaus in Dortmund. 







Samstag, 13. August 2016

Bielefeld. Starker Standort - starke Wirtschaft.

Westfalen News #36

Von Ralf Keuper

Wiederum eine Aufstellung einiger Beiträge aus und über Westfalen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind:

Freitag, 12. August 2016

Geschichte der Luftfahrt im Ruhrgebiet

Von Ralf Keuper

Das Ruhrgebiet spielt in der Geschichte der deutschen Luftfahrt eine entscheidende Rolle. Der älteste Flugplatz des Ruhrgebiets und der drittälteste in Deutschland war der Flugplatz Holten in der Nähe von Oberhausen: 
Auf dem Flugplatz Holten machten viele Flugpioniere aus der Region auf dem Terrain ihre ersten Flugversuche. Das Markenzeichen des Platzes war der 8,9 Meter hohe „Holtener Abflugturm“ bzw. die „Holtener Startrampe“, welche über eigens hierzu ausgegebene Zwanzig-Mark-Aktien finanziert wurde.[6] Die am 23. Mai 1910 eingeweihte, 20 Meter lange Rampe konnte bei Bedarf auf einer ringförmigen Zementbahn in den Wind gedreht werden, um optimale Startbedingungen zu erreichen. Ein bekannter Gleitflieger über dem Holtener Bruch war der Sterkrader Fördermaschinist Bergmann. Auf dem ersten Flugtag 1911 stellte der Flieger Bruno Werntgenbei einem Stundenflug über Holten mit 80 Metern einen Höhenrekord auf (Quelle Wikipedia
Weitere wichtige Flugplätze aus der Anfangszeit der Fliegerei im Ruhrgebiet waren der Flugplatz Essen-Gelsenkirchen-Rotthausen und der Flughafen Dortmund. 

Über den Flugplatz Essen-Gelsenkirchen-Rotthausen heisst es bei Wikipedia:
Unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit am 25. Mai 1912 auf Pachtland des alten Gutes Nienhausen eröffnet, entwickelte sich dieser Flugplatz zu einem Schwerpunkt der frühen Luftfahrtentwicklung im Ruhrgebiet. Zahlreiche Flugveranstaltungen, unterstützt durch die Industrie und Wirtschaft, verhalfen diesem Flugplatz zur damaligen Berühmtheit. Es befanden sich drei Flugschulen auf dem Terrain. Dazu kamen die ebenfalls 1912 gegründeten Kondor-Flugzeugwerke, welche neben einigen Eigenkonstruktionen während des Ersten Weltkrieges auch Militärflugzeuge in Lizenz fertigten. 
Am 16 April 1926 wird die Flughafen Dortmund GmbH gegründet. Schnell entwickelte sich Dortmund zum wichtigsten Luftverkehrsknotenpunkt im Westen Deutschlands:
Als Grundkapital dienen 835.000 Reichsmark. Gesellschafter sind: Deutsches Reich, Preußischer Staat, Provinzialverband Westfalen, Stadt- und Landkreis Dortmund, Industrie- und Handelskammer sowie einige Firmen. Nach dem Zusammenschluss von Aero Lloyd und Junkers Luftverkehrs AG im Januar 1926 zur Deutschen Lufthansa AG starten und landen täglich zwölf Maschinen der jungen, aufstrebenden Gesellschaft in der Westfalenmetropole. Dortmund etabliert sich im innerdeutschen Luftverkehr neben Köln. Es gehen mehr Linienflüge über Dortmund als über Düsseldorf und Essen (Quelle: Eine Reise durch die Geschichte des Flughafens Dortmund)
Ein Jahr früher wurde in Essen die Luftverkehrsgesellschaft Ruhrgebiet A.G. (LURAG) gegründet, die später Teil der Deutschen Luft Hansa wurde. 

Weitere Informationen:

Westfälische Flugpioniere

Alfred Colsman - Pionier der deutschen Luftfahrt

Sehnsuchtsort Dorf - Schreckgespenst Stadt?


Weitere Informationen:


Mittwoch, 10. August 2016

Neues aus der westfälischen Startup-Szene #6

Von Ralf Keuper

Es hat sich in den letzten Wochen und Monaten wiederum einiges getan in der westfälischen Startup-Szene. 

In einem Interview erklärte Heiner Buitkamp von der Wirtschaftsförderung Paderborn, warum Paderborn seiner Ansicht nach ideal für Startups ist. 

In der westfälischen Startup-Hochburg Witten wollen drei Studenten mit Caregaroo den Markt für Kinderbetreuung aufmischen

Im Juli fand in Essen die größte Startup-Konferenz im Ruhrgebiet statt - RuhrSummit. 

Am 14. und 15. September präsentieren sich die drei westfälischen Startups Weihnachtsbaumland, Zmyle und  Konato auf der dmexco, der Leitmesse der digitalen Wirtschaft in Köln, wie Westfalen heute berichtete

Mittlerweile hat in Bielefeld die Founders Foundation der Bertelsmann Stiftung ihre Arbeit aufgenommen. 

Wie steht es um die Wirtschaft in NRW?

Von Ralf Keuper 

Obwohl das Land Nordrhein-Westfalen in diesen Tagen seinen 70. Geburtstag begeht, will in der Öffentlichkeit bzw. in den Medien keine rechte Feierlaune aufkommen. Grund dafür ist vor allem der unbefriedigende Zustand der Wirtschaft in NRW. In den letzten Jahren tauchten immer wieder Berichte auf, die sich kritisch mit den verschiedenen Kennzahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung in NRW beschäftigten. Momentan kommt es nach meinem Eindruck zu einer Häufung. 

Bremsklotz NRW

Stellvertretend für viele brachte die Welt vor einigen Tagen in dem Beitrag Nordrhein-Westfalen ist Deutschlands Bremsklotz ihre Kritik zum Ausdruck. Darin bezichtigt der Autor das Land NRW, ganz Deutschland mit in die Tiefe zu ziehen. Für viele Kritiker, wie die Forscher vom Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsforschungsinstitut (RWI),  sind die aktuellen Probleme nicht allein auf den Strukturwandel, für den insbesondere das Ruhrgebiet steht, verantwortlich, sondern hausgemacht: 
Doch das, sagen Fachleute, ist nicht einmal die halbe Wahrheit. "Die aus der Vergangenheit tradierten Industriestrukturen allein können wohl kaum als alleinige Erklärung für diese schlechten Entwicklungen herangezogen werden", heißt es beim RWI. Vor allem in den vergangenen Jahren habe sich die Talfahrt beschleunigt. "Für das Nullwachstum im Lande sind vor allem hausgemachte Fehler und Probleme verantwortlich", wirft Axel Martens, der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lippe, der Landesregierung vor.
Ein schlechtes Zeugnis stellen die Forscher vom RWI  der Forschungspolitik der Landesregierung aus: 
Bei der Forschungsförderung verzettele sich das Land, hält Paul Welfens der Politik vor. Die benachbarten Niederlande, etwa gleich groß wie NRW, pflegten eine auf neun Sektoren fokussierte, weltmarktorientierte Innovationspolitik, während die Düsseldorfer Landesregierung mit 16 als "Cluster" geförderten Sektoren wenig effizient breit streue. Dazu kommen Verwaltungsmängel. Als die Bundesregierung im vergangenen Jahr 2,7 Milliarden Euro für Fernstraßenprojekte lockermachte, landeten nur 128 Millionen davon in NRW. Die Landesbehörden hatten schlicht zu wenig baureife Projekte ausgearbeitet. Den Löwenanteil sahnte Bayern mit 621 Millionen Euro ab.
Was die Förderung von Straßenprojekten betrifft, hat NRW wieder Boden gut gemacht. So erhält NRW den Löwenanteil der Ausgaben des Bundes für den Bau von Straßen, Schienen und Wasserwegen

Weitere Ursachenanalyse betreibt der Beitrag Warum die Wirtschaft in NRW so schwach ist. Auch darin kommt das RWI zu Wort:
Die Investitionsquote in NRW ist Analysen des RWI zufolge im Vergleich mit anderen Bundesländern gering. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung seien in Bayern fast doppelt so hoch wie in NRW, in Baden-Württemberg fast drei Mal so hoch. Auch IW-Experte Kempermann bemängelt: „Vielerorts in NRW fehlt es an Innovationskraft. Darauf weisen schwache Werte bei Themen wie Forschung und Entwicklung und Patentanmeldungen hin.“
Problemfall Ruhrgebiet 

Für die schlechte wirtschaftliche Entwicklung in NRW wird von fast allen Kommentatoren das Ruhrgebiet verantwortlich gemacht. Der Strukturwandel verläuft zu schleppend, das Kirchturmdenken, gepaart mit einer Anspruchshaltung, die über die Jahrzehnte - auch von der Politik - gefördert bzw. aus machtpolitischem Kalkül genutzt wurde - hat zu einer, wie u.a. Bundestagspräsident Lammert bemerkt, Lebenslüge geführt. Die Dortmunder Wissenschaftlerin Juli Sattler setzte mit der Feststellung Dem Revier geht's schlecht? Nicht im Vergleich mit Detroit noch eins drauf. Von einer Lebenslüge des Landes NRW handelt das Streitgespräch zwischen dem Politologen Rainer Bovermann (SPD) und dem Historiker Frank Uekötter
Bovermann sagt darin mit Blick auf die verschiedenen Phasen der Landespolitik der letzten Jahrzehnte:
Ich würde noch eine weitere Zeit abgrenzen. Die Ära Johannes Rau von 1978 bis 1998. Für Sozialdemokraten eine heile Welt, in der das Landesbewusstsein unter dem Motto "Wir in NRW" doch stärker wurde. Gleichzeitig meinte man, die Krise von Kohle und Stahl im Ruhrgebiet durch politische Planung und Steuerung irgendwie gestalten zu können. Seit etwa 2005 sehe ich eine neue Phase der Landesgeschichte, ein Umbruch mit neuen Problemen in der Wirtschafts- und Integrationspolitik.
Frank Uekötter spricht die Lebenslüge des Landes NRW direkt an, die sich aus einem Glauben an Großprojekte herleitete: 
Es gibt eine Lebenslüge des Landes Nordrhein-Westfalen. Das war der Irrglaube, dass NRW ohne Steinkohle der ökonomische Niedergang droht. Und dieser Glaube an Großprojekte endete leider nicht mit der Steinkohle. Vor allem die Ministerpräsidenten Clement und Steinbrück haben das bei anderen Themen wie Metrorapid von Köln nach Dortmund oder Emscherumbau fortgesetzt. 
Die Wirtschaftswoche zitiert in Strukturwandel. Licht und Schatten im Ruhrgebiet den Wirtschaftsforscher Michael Bahrke:
Startprobleme beim technologischen Wandel, zu viel Kirchturmdenken und Selbstbefassung und eine gewisse Versorgungsmentalität und Konzentration auf die großen industriellen Arbeitgeber – das werfen Kritiker wie der Wirtschaftsforscher Michael Bahrke vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) der Region bis heute vor. Das Ruhrgebiet verpasse bisher die große Chance, die inzwischen zahlreichen Hochschulen der Region, Forschungseinrichtungen und die vielen jungen Leute in der 5,3 Millionen-Einwohner-Region miteinander zu vernetzen, sagt er.
Weitere Beiträge über die Situation im Ruhrgebiet:
Krise der Stromkonzerne trifft das Ruhrgebiet besonders hart

Nicht alle Probleme kann man jedoch den Verantwortlichen im Ruhrgebiet bzw. der Kommunalpolitik anlasten, wie am Beispiel der Krise der Stromkonzerne deutlich wird, wodurch die Gewerbesteuereinnahmen sinken und, wie im Fall von Essen, sogar einen erheblichen Wertberichtigungsbedarf auf den Aktienanteil an RWE zur Folge hat. 

Lichtblicke im Ruhrgebiet

Dennoch gibt es auch Positives aus dem Ruhrgebiet zu berichten. So stellte die Welt, die dem Land bzw. der Landesregierung von NRW ansonsten ausgesprochen kritisch gegenüber steht, vor gut einem Jahr fest, dass  das Ruhrgebiet sein Schmuddel-Image ablege. Auf Rekord- bzw. Wachstumskurs befindet sich der Logistikmarkt im Ruhrgebiet. In Bochum plant die Post auf dem ehemaligen Opel-Gelände ein Paketzentrum

Die Peripherie schneidet deutlich besser ab als das Zentrum 

In NRW haben wir es, im Vergleich mit den anderen Bundesländern, mit der einmaligen Situation zu tun, dass die Peripherie deutlich besser abschneidet als das Zentrum, wenn wir das Ruhrgebiet als das Zentrum des Landes betrachten, was nicht nur geografisch den Tatsachen entspricht, sondern auch von der Bevölkerungszahl her durchaus Sinn ergibt. Den "Randregionen" wie Südwestfalen, Ostwestfalen und dem Münsterland, aber auch der "Rheinschiene" scheint es nicht schlecht bekommen zu sein, nicht im selben Umfang mit Fördergeldern und Subventionen bedacht worden zu sein, wie das Ruhrgebiet. Die Landesregierung zeigt sich davon jedoch weitgehend unbeeindruckt, wie der Metropolen-Ansatz zeigt
Das Zentrum-Peripherie Phänomen wurde übrigens von Niklas Luhmann in seiner Zentrum/Peripherie-Differenzierung thematisiert. Eine These daraus lautet:
Distanz vom Zentrum zählt als Nachteil aber nur, solange man nicht von Interaktion auf Kommunikation umsteigen kann.
Egon Friedell sprach von der Schöpferischen Peripherie

Die Kraft der Peripherie reicht jedoch nicht aus, um das Zentrum anheben zu können - das ist im vorliegenden Fall das Dilemma. 

NRW trotz allem noch Spitze

Trotz der genannten Defizite kann NRW mit einigen Pluspunkten aufwarten. So wurde NRW vor einigen Monaten zur European Region of the Future 2016/2017 gekürt. Und auch bei den ausländischen Direktinvestitionen liegt NRW in Deutschland seit Jahren einsam an der Spitze. So schlecht kann der Standort demnach nicht sein.
Weitere Pluspunkte in NRW sind das ausgesprochen dichte Netz an Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, das in dieser Ausprägung in Deutschland einmalig ist. Das führt allerdings auch zu der Frage, warum davon so wenig in der "realen" Wirtschaft ankommt. Weiterhin hervorzuheben ist die, alles in allem, gute Verkehrsinfrastruktur mit den großen Flughäfen Düsseldorf, und Köln/Bonn sowie den Regionalflughäfen Münster, Dortmund und Paderborn. 

NRW kann deutlich mehr

Festzuhalten bleibt, dass das Land NRW derzeit weit unter seinem Potenzial verweilt.

Weitere Informationen / Update

Umsätze der westfälischen Industrie stabil