Sonntag, 29. November 2015

Hiobsbotschaften am IT-Standort Paderborn reißen nicht ab

Von Ralf Keuper

Als wäre der IT-Standort Paderborn nicht schon gebeutelt genug, da kommt eine weitere Hiobsbotschaft: Wie u.a. die NW berichtete, hat der Fertigungsdienstleister für elektronische Komponenten (EMS), Periscope, der in Paderborn 330 Mitarbeiter beschäftigt, Insolvenz angemeldet. Der Sanierungsprozess soll nun im sog. Eigenverwaltungsverahren durchgeführt werden. 

Das Unternehmen wird wegen der Einleitung des Insolvenzverfahrens von der IG Metall heftig kritisiert, wie die NW ebenfalls berichtete. 

In einem Interview mit Elektroniknet im September 2014 gab der CEO der Selcom-Gruppe, Markus Roschel, Auskunft über die Absichten der Investorengruppe 4K Invest, zu der sowohl Selcom wie auch Periscope gehören:
Wie gesagt: Wir müssen unsere Kostenstrukturen verbessern und das betrifft alle Bereiche des Unternehmens. Dazu bekommen wir von unserem Investor 4K Invest ein erfahrenes Restrukturierungsteam zur Seite gestellt, mit dem wir gemeinsam die Einsparpotenziale schnell erkennen und realisieren.
Es ist natürlich unser kurz- und mittelfristiges Ziel auch über den Umsatz wieder zu wachsen. Paderborn ist für uns nicht irgendein weiterer Standort, sondern der Standort Nummer 1! Wir haben mehr Flexibilität, als es im Konzernverbund möglich war. Wir können flexibler und schneller agieren.
Das haben wir alles schon mal gehört - von Siemens Nixdorf über Fujitsu-Siemens, Fujitsu, Diebold-Nixdorf, Atos ...

Was für den Standort Paderborn den Ausschlag gab: 
Technologische Kompetenz und das KnowHow der Mitarbeiter. Wir sind hier in der Lage Boards zu fertigen, die technologisch sehr anspruchsvoll sind, zum Beispiel für Automotive und Industrieanwendungen. Ich kann mit Fug und Recht sagen, dass wir hier Boards fertigen, die nicht jeder fertigen kann. Unser Fertigungsspektrum geht bis hin zu komplexen Komplettgeräten, die direkt an den Endkunden des Kunden ausgeliefert werden.
Kommt mir auch irgendwie bekannt vor.

Von außen schwer zu sagen, was der Grund für die derzeitige Misere ist. Es ist m.E. zu einfach, sie allein dem Investor anzulasten. Die strategischen Optionen waren bereits zu Anfang begrenzt. Hat man den Markt, vor allem das Segment Mittelstand, falsch eingeschätzt? Dass Synergien meistens nur auf dem Papier bestehen, gilt nicht nur für Periscope, Selcom und Finanzinvestoren. 

Das Geschäftsmodell der Electronics Engineering & Manufacturing Services (EMS) hat durchaus seinen Reiz, wie aus dem etwas älteren Beitrag Status und Erfolgsfaktoren der EMS-Branche hervorgeht. Der Markt ist mir (noch) zu wenig vertraut, um ein Urteil abgeben zu können. Es dürfte aber einfachere Branchen geben ;-)

Jedenfalls wird der IT-Standort Paderborn von jeder Welle des Abschwungs mit voller Wucht erfasst, was die Vermutung nahe legt, dass wir hier keinen ausgewogenen Mix haben bzw. zu wenig Unternehmen, die in echten Wachstumsmärkten unterwegs sind. Ein Punkt, auf den in diesem Blog bereits hingewiesen wurde, wie in:
Da hätte man sich in der Vergangenheit mehr Impulse von der Wirtschaftsförderung gewünscht. Das scheint mittlerweile wohl auch die Auffassung des Bürgermeisters zu sein

Der IT-Cluster Paderborn hat eine zu geringe Diversität. Er ist zu krisenanfällig. 

Weitere Informationen:


Phoenix Contact - Bahnbrechend innovativ

Von Ralf Keuper

Phoenix Contact aus dem lippischen Blomberg ist in den letzten Jahrzehnten zu einem internationalen Technologiekonzern herangewachsen. Für dieses Jahr rechnet das Unternehmen, das über 14.000 Mitarbeiter beschäftigt, mit einem Umsatz von mehr als 1,9 Mrd. Euro. Inzwischen haben auch überregionale Medien den Weltmarktführer für Reihenklemmen entdeckt, wie kürzlich die Süddeutsche Zeitung in Meister der Reihenklemmen.

Das Unternehmen wurde jedoch nicht in Blomberg, sondern in Essen gegründet. Geburtshelfer bzw. Förderer der ersten Stunde war, wie auch bei Nixdorf, die RWE. Nach dem Krieg, als Essen fast vollständig zerstört war, beschloss die damalige Unternehmensleitung nach Blomberg überzusiedeln, wohin verwandschaftliche Beziehung bestanden. Über die Jahre wurde die Reihenklemme konsequent weiterentwickelt und das Unternehmen international ausgerichtet.


Für den Erfolg von Phoenix Contact sorgt die Ausrichtung auf Wachstum und Innovationen. Beispielhaft dafür ist die Entwicklung der neuen Relaistechnologie. 


Ein weiterer Beleg für die auf diesem Blog bereits mehrfach erwähnte Schöpferische Kraft der Peripherie ;-)

Samstag, 28. November 2015

700 Jahre Wiesenkirche Soest: Interview mit dem Dombaumeister Jürgen Prigl

Von Ralf Keuper

Die Wiesenkirche Soest steht unter Kennern in dem Ruf, die schönste gotische Hallenkirche Deutschlands zu sein. In einem Interview mit dem Soester Anzeiger erläutert Dombaumeister Jürgen Prigl, was diesen Sakralbau so einzigartig macht und warum der grüne Sandstein für ein Kirchengebäude im gotischen Stil auch seine Tücken hat. 




Weitere Informationen:




Freifunk in Westfalen

Von Ralf Keuper

Der Idee des Freifunk fällt auch in Westfalen zunehmend auf fruchtbaren Boden. Dahinter verbirgt sich eine bestimmte Vision: 
Die Vision von Freifunk ist die Verbreitung freier Netzwerke, die Demokratisierung der Kommunikationsmedien und die Förderung lokaler Sozialstrukturen. Durch die Vernetzung ganzer Stadtteile wollen wir der digitalen Spaltung entgegenwirken und freie unabhängige Netzwerkstrukturen aufbauen. Konkret hat sich Freifunk zum Ziel gesetzt, offene WLAN-Netze einzurichten und diese miteinander zu verbinden. Dies ermöglicht einen freien Datenverkehr „durch die Luft“ in der ganze Stadt innerhalb des Freifunk-Netzes. Freifunk ist somit eine offene nicht-kommerzielle hierarchielose Initiative für freie Funknetzwerke (Quelle: Freifunk-Ruhrgebiet)
In Westfalen gibt es nahezu in jeder größeren Stadt einige Freifunker. Besonders stark vertreten sind Freifunker im Ruhrgebiet, in Münster/Münsterland, Bielefeld und Paderborn

In Bielefeld wirbt die sog. "Paprika-Fraktion" aus SPD, Grünen und Piraten für Freifunk in der ganzen Stadt. In Paderborn gibt es seit Anfang 2014 eine Freifunk-Initiative, die bereits nach einem Jahr schon einige Erfolge vorweisen konnte, wie das WB in Freifunk Paderborn schreibt schon im ersten Jahr Erfolgsgeschichte berichtete:
Wer durch die Westernstraße geht, kann sich inzwischen fast lückenlos mit einem Wlan-Netz verbinden. »Da sind wir besser ausgestattet als Hamburg«, freut sich Wilhelm, Systemnetzwerk-Administrator an der Uni Paderborn, über den Erfolg. Auch im Paderquellgebiet ist freies Surfen ohne kostspielige Internetflat möglich. Eine Bäckerei hat sämtliche seiner Filialen im Hochstift mit einem Router ausgestattet, so dass die Kunden zum Kaffee auch E-mails prüfen und Internetseiten besuchen können. Viele Gastronomiebetriebe machen ebenso mit.
Informativ auch der Filmbeitrag in der OWL Lokalzeit 


Weitere Informationen:

Freifunk in NRW 

Das gesamte Hochstift Paderborn soll online gehen

Neues aus der westfälischen Startup-Szene #2

Von Ralf Keuper

Die westfälische Startup-Szene konnte in diesem Monat weitere Exits verzeichnen. Und zwar übernimmt der Verlag Gruner + Jahr das Karriereportal Employour aus Bochum. Die Gründer gaben in einem Interview mit deutsche startups nähere Auskunft für die Verkaufsgründe und die Vorzüge des Startup-Standorts Bochum. Ein weiterer Exit erfolgte in Bielefeld, wo reifen.com von Apollo Tyres für 45, 6 Millionen Euro übernommen wurde

In Münster hat Hackerspace Warpzone wegen Platzmangels neue Räumlichkeiten bezogen. Die neuen Räumen bieten Platz für 65 Mitglieder. 

Dortmund war Austragungsort der Startup-Battle "Get in the Ring", worüber das Handelsbatt in "Ring frei für Gründer!" berichtete. 

Deniz Caglayan von Lunchio, der an Uni Witten/Herdecke, die so etwas wie der Startup-Accelerator und Inkubator Westfalens ist, studiert hat, gab deutsche startups ein kurzes Interview zu den nächsten Schritten seines Unternehmens. 

Daniel Krahn und Daniel Marx von urlaubsguru aus Holzwickede erklären in einem Interview mit Gründerszene, warum ihr Unternehmen so erfolgreich ist. 

Der Tagesspiegel berichtete über das Journalismus-Startup "Perspective Daily" aus Münster. Ebenfalls aus Münster kommt die App Clublife, die Discos digitalisieren will, wie aus Nie mehr Verzehrkarten beim Tanzen hervorgeht. 

In Paderborn fand vor wenigen Tagen der OWL-Startup Pitch statt. 

Daneben gab es noch einige Veranstaltungen rund um das Thema Existenzgründung, wie die 14. Existenzgründerwoche in Münster, die Vergabe des Innovationspreises Münsterland 2015 sowie DIE INITIALE 2015 in Dortmund

Der aktuelle Startup-Monitor kommt derweil zu einem wenig schmeichelhaften Ergebnis für die NRW-Landesregierung, wie es in Start-ups sind unzufrieden mit Nordrhein-Westfalen heisst. 

Westfalen News #23

Von Ralf Keuper

Erneut eine Aufstellung einiger Beiträge aus und über Westfalen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind:

Freitag, 27. November 2015

Breitbandausbau in Westfalen - Eine erste Bestandsaufnahme

Von Ralf Keuper 

Die Versorgung einer Region mit dem Breitband ist in unserer von zunehmender Digitalisierung geprägten Zeit von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Einen guten Überblick über den Ausbaustand gibt der Breitbandatlas NRW. Darin stechen in Westfalen die Städte Bochum, Gelsenkirchen und Bottrop mit Top-Werten hervor, währenddessen die Landkreise Coesfeld und Höxter die Schlusslichter sind. 

Selbst ein so wirtschaftsstarker Kreis wie der von Gütersloh liegt weit unter dem Landesdurchschnitt. Die Frage nach dem Warum hat mir keine Ruhe gelassen. Während der Recherche bin ich auch weitere Informationen gestossen, die eine erste Bestandsaufnahme für Westfalen zulassen.

Beispiel Kreis Gütersloh

Da er mir besonders vertraut ist, konzentriere ich mich in den folgenden Ausführungen auf den bereits erwähnten Kreis Gütersloh. Das trifft sich um so besser, als hier noch großer Bedarf zu bestehen scheint.

Besonders aussagekräftig ist der Digitale Breitband Masterplan für ein FTTB/FTTH-Netz im Kreis Gütersloh, verfasst von der Micus Management Consulting GmbH aus Düsseldorf, die auch für andere Städte und Kreise in NRW ähnliche Masterpläne erstellt hat. Die Lektüre des Berichts lohnt sich auch für Leser, die nicht im Kreis Gütersloh beheimatet und - wie ich - Laien auf dem Gebiet sind.

Über die Bedeutung und Entwicklung von Breitband heisst es: 
Breitbandnetze sind die Grundvoraussetzung unserer Wissens- und Informationsgesellschaft und für das zukünftige Angebot von Dienstleistungen, für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und für die Schaffung von hochwertigen Arbeitsplätzen unabdingbar. Breitbandinternet ist bereits heute zu einem wesentlichen Teil des sozialen, kulturellen und unternehmerischen Lebens geworden. Rechtlich wird die Versorgung mit Breitband im Telekommunikationsgesetz beschrieben, wobei nicht genau definiert wird, welche Bandbreite für einen funktionalen Internetzugang ausreichend ist. Derzeit werden im Allgemeinen 2 Mbit/s als breitbandiges Internet bezeichnet und können als ausreichend für eine Grundversorgung angenommen werden. Für den weiteren Ausbau ist es allerdings nicht ausreichend, nur eine Grundversorgung von 2 Mbit/s anzustreben. Die aktuell versorgten Gemeinden und Kommunen müssen auch in Zukunft den immer rasanter wachsenden Bandbreitenbedarf decken. Die Versorgung mit 50 Mbit/s und mehr sollte in den nächsten Jahren gewährleistet werden. Das Ziel der Bundesregierung ist es das bis zum Jahr 2018 allen Haushalten Übertragungsbandbreiten von mindestens 50 Mbit/s zur Verfügung stehen.
Einige Zeilen später kommt dann auch die Erklärung dafür, weshalb Landkreise für gewöhnlich eine deutlich geringere Ausbaustufe aufweisen als Großstädte: 
Der wachsende Bedarf nach immer schnelleren Datenverbindungen kann nur durch einen kontinuierlichen Ausbau von Breitbrandnetzen gedeckt werden. In städtischen Räumen erfolgt dieser Ausbau marktgetrieben durch private Netzbetreiber. In ländlichen Räumen führt die geringere Bevölkerungsdichte zu höheren Ausbaukosten. Der Ausbau von Breitbandnetzen ist allein nach wirtschaftlichen Maßstäben oft nicht möglich. Auf dem Weg in die Zukunft breitbandiger Internetversorgung drohen ländliche Räume sowie die Randbereiche von Städten und Gemeinden daher zunehmend abgehängt zu werden.
 Als Hauptziel des Projekts nennt der Masterplan:
Das Hauptziel des Projekts ist die Erarbeitung eines Masterplans zum Aufbau eines flä- chendeckenden FTTB/FTTH-Netzes im Kreis Gütersloh bis zum Jahr 2025.
Wohlgemerkt: Bis 2025! Zur Überbrückung dieses Zeitraums sollen bei kurz- bis mittelfristigen Engpässen Funktechnologien oder VDSL-Leitungen eingesetzt werden. 

Es stellt sich die Frage, ob die Annahmen von heute, die ja letztlich nur Schätzungen sein können und als Basis den technologischen Stand von heute nehmen, in zehn Jahren überhaupt noch gültig sind. Das muss nicht in jedem Fall von Nachteil sein. Es könnte durchaus geschehen, dass zwischenzeitlich neue, günstigere Technologien für die Übertragung entwickelt werden, wenngleich die Wahrscheinlichkeit gering sein mag. 

Jedenfalls gehört keine prophetische Gabe dazu, für die Zukunft ein rasant zunehmendes Datenvolumen vorherzusagen, u.a. durch die Verbreitung des sog. Cloud Computing, das insbesondere für Kleine und mittelständische Unternehmen und/oder Startups von großer Bedeutung ist bzw. sein wird. Wenn also Westfalen auch künftig ein attraktiver Standort für Internet-Starups und innovative Unternehmen sein will, dann hat die Versorgung mit entsprechenden Leitungskapazitäten Priorität. Berücksichtigt man dann noch, dass die Industrie 4.0 und das Internet of Things für eine von mittelständischer Industrie geprägte Region eine herausragende Stellung einnehmen werden, dann erhöht sich der Handlungsdruck noch. 

Auch in den Landkreisen selbst gibt es z.T. erhebliche Unterschiede bei der Breitbandversorgung. So soll bereits im 1. Quartal 2016 nahezu jeder Haushalt in Gütersloh Zugang zum "schnellen Internet" haben, wie die NW in Telekom hat in Gütersloh mit dem gezielten Breitbandausbau begonnen berichtete. 

Woanders im Kreis kommen die Segnungen des Internet erst deutlich später an, wie beispielsweise in den Versmolder Ortsteilen Bockhorst und Hesselteich, wie das WB in Digitaler Masterplan zum Breitbandausbau bis 2025: Ortsteile gucken in die Röhre schreibt. 

Weitere Kreise ziehen nach

In der Stadt Paderborn soll der Breitbandausbau bis 2017 abgeschlossen sein. Für den Kreis Paderborn existiert ebenfalls ein Masterplan. Gleiches gilt für den Kreis Warendorf

Breitbandausbau noch zu schleppend

Festzuhalten bleibt, dass in Sachen Breitbandausbau noch einiges zu tun ist und auch noch mehr geschehen muss, sowohl auf Landes- wie auch auf Bundesebene; ein Punkt, auf den der Breitbandprediger aus Münster zu Recht immer wieder hinweist. 

Weitere Informationen:


Mittwoch, 25. November 2015

Das Dorf hat in Westfalen Zukunft - auch im Zeitalter der "Metropolregionen"

Von Ralf Keuper

Metropolen gehört die Zukunft; so eine derzeit weit verbreitete Ansicht. Das Dorf wirkt im Vergleich dazu wie ein Relikt aus der Vergangenheit, eine überkommene Form menschlichen Zusammenlebens, die sich in der Digitalmoderne erübrigt hat. Bestenfalls auf Nostalgiker oder Romantiker wirkt das Dorfleben anziehend.

Die Diskussion ist nicht neu. Das Dorf hat im "Zeitalter der Massen" zwangsläufig einen schweren Stand. Bereits Georg Simmel schilderte die Vorzüge des Stadtlebens in seinem auch heute noch lesenswerten Beitrag Die Grosstädte und das Geistesleben. Die Großstadt bietet zahlreiche Anregungen, womit nicht nur Zerstreuung gemeint ist, sondern auch die Teilnahme am kulturellen Angebot wie Museen, Konzerthäuser, Opern, Theater usw. 

Und doch kommen viele Neuerungen, heute vorwiegend unter dem Schlagwort "Innovation" zusammengefasst, aus der Provinz, aus der Peripherie. Der Kulturwissenschaftler und Schriftsteller Egon Friedell sprach von der Schöpferischen Peripherie. Die viel zitierten Hidden Champions sind auffallend häufig in der Provinz anzutreffen. Die Regionen Ostwestfalen und Südwestfalen zählen bundesweit zu denen mit der höchsten Anzahl von Weltmarktführern. Irgendwie muss die Provinz, auch das Dorf eine Umgebung liefern, die bestimmten Formen der Kreativität zuträglich ist. 

Nach Ansicht des aus Westfalen stammenden "Dorfpapstes" Gerhard Henkel besitzt das Dorf eine große innere Kraft. Dass die Dörfer verschwinden werden, erwartet er daher nicht. Seine Erfahrungen hat Henkel in dem Buch Das Dorf: Landleben in Deutschland - gestern und heute zusammengefasst.

Der Vorzug eines Dorfes besteht in seiner Überschaubarkeit, die hin und wieder auch in Aufdringlichkeit umschlagen kann. Häufig ist dem Zusammenhang auch vom "Dorfauge" die Rede. Dennoch verkörpert das Dorf einen Organisationstypus, der einen engen Zusammenhalt und gemeinsame Aktionen in einer Weise begünstigt, wie das in einer Großstadt so nicht möglich ist. Das heute wieder angesagte Modell der Genossenschaft hatte seinen Ursprung im ländlichen, dörflichen Raum. 


Der Verlag begründete die Themenwahl mit den Worten:   
Die urbane Faszination ist ein intellektueller Fetisch. Die Sommerausgabe der ZIG macht die Gegenrechnung auf und widmet sich dem "Dorf". Sie zeigt, dass entgegen der Blickverengung auf die Großstadt das Dorf eine Brutstätte von Ideen ist. 
Die SZ berichtete über die Ausgabe in dem Beitrag Das Dorf dorft. Der etwas schwülstige Titel ist eine Reverenz des SZ-Autors an den Philosophen Martin Heidegger, der im Feuilleton der SZ aus mir unerklärlichen Gründen, auch nach den "Schwarzen Heften", noch immer hohes Ansehen genießt. Aber das ist ein anderes Thema.

Dass das Dorf um seine Zukunft nicht bangen muss, stellte Judith Lembke vor wenigen Tagen in der FAZ in dem Beitrag Selbst ist das Dorf fest. 

Ein intaktes Dorfleben in Verbindung mit Städten, die nicht allzu weit entfernt liegen, ist eine Kombination, die nicht nur Charme, sondern auch Zukunft hat - gerade in Westfalen. Und das ganz abgesehen von dem Modethema "Metropolregion" ;-)

Weitere Informationen:

Das Dorf lebt!

Wir brauchen das Dorf!

Redezeit mit Prof. Dr. Gerhard Henkel

Dienstag, 24. November 2015

Breitbandatlas NRW - Gesonderter Blick auf Westfalen

Von Ralf Keuper

Die Breitbandverfügbarkeit gibt Auskunft über die Anschlussqualität der Haushalte ins Internet. Für NRW existiert dazu ein eigener Atlas, der Breitbandatlas NRW. Darin ist die Anschlussqualität in % für jeden Kreis, für jede kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen angegeben. 

Die höchste Breitbandverfügbarkeit in Westfalen weisen folgende Städte und Kreise auf:
  • Bochum (90,9%)
  • Gelsenkirchen (90,6%) 
  • Bottrop (88,4)
  • Hagen (86,2%)
  • Münster (83,5%)
  • Hochsauerlandkreis (83,2%) 
  • Bielefeld (81,2%)
Der landesweite Durchschnitt liegt bei 73,4 %.

Schlusslichter in Westfalen sind:
  • Kreis Coesfeld (34,3 %)
  • Kreis Höxter (42,1 %)
  • Kreis Olpe (46%)
  • Kreis Gütersloh (48%)
Auffallend ist, dass die wirtschaftlich ausgesprochen gut da stehenden Kreise Coesfeld und Gütersloh eine weit unter dem Landesdurchschnitt liegende Anschlussqualität haben, währenddessen wirtschaftlich eher gebeutelte Städte wie Bochum, Gelsenkirchen und Bottrop hier mit Spitzenwerten aufwarten können. Bemerkenswert auch die gute Anschlussqualität im eher ländlichen Hochsauerlandkreis. 

Sonntag, 22. November 2015

Meilenstein der Medienforschung: Sonderforschungsbereich "Medien der Kooperation" an der Uni Siegen

Von Ralf Keuper

Von einem bemerkenswerten Forschungserfolg berichtet die Universität Siegen in ihrer Mitteilung Meilenstein der Medien-Forschung. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert in den nächsten Jahren den Sonderforschungsbereich "Medien der Kooperation" mit 10 Mio. Euro. 

Zu dem Forschungsbereich heisst es: 
Im neuen SFB „Medien der Kooperation“ sind Forscherinnen und Forscher aus den Geistes-, Kultur-, Sozial- und Ingenieurwissenschaften beteiligt. Der SFB hat einen prägenden inter- und transdisziplinären Ansatz, der den inhaltlichen Kern der Forschung ausmacht: eine grundlegend veränderte Perspektive auf Medien und damit auch auf Gesellschaft. Denn: Digitale Medien lassen sich nach dem gemeinsamen Verständnis der Forscherinnen und Forscher nicht mehr als Einzelmedien verstehen. Vor der Digitalisierung war ein Telefon ein Apparat mit einer einzigen Funktion, heute ermöglichen Smartphones drahtlos den Zugriff auf Datenspeicher im Internet sowie auf vernetzte soziale Plattformen und so die kooperative Interaktion zwischen Millionen Menschen. Damit müssen nun auch klassische  Einzelmedien als Medien der Kooperation noch einmal anders verstanden werden.
In der Tat ein Meilenstein. 

Weltmarktführer aus Westfalen #10

Von Ralf Keuper

Eine weitere Folge aus der Serie Weltmarktführer und Hidden Champions aus Westfalen, heute mit:
  • Stiegelmeyer: Marktführer Krankenhausmöbel und Produkte für die häusliche und stationäre Pflege
  • Discountkuechen.de: Deutschlands größter Internetküchenhändler
  • Deutsches Milchkontor: Deutschlands größtes Molkereiunternehmen 
  • Wemhöner Surface Technologies GmbH & Co. KG: Weltmarktführer bei Kurztaktpressen. Es handelt sich dabei um Pressen für die Holzbearbeitung, Automobilindustrie und Solartechnik
  • Rossittis: Europas größtes Natursteinlager für Weich- und Hartgestein
  • Kunsthaus Mensing: Größte Kunstgalerie Europas
  • Steinel: Weltmarktführer Lichtsensorik 
  • Rothe Erde: Weltmarktführer Großwälzlager 
  • Montanhydraulik: Einer der weltweit führenden Hersteller von Hydraulikzylindern
  • Wema GmbH: Weltmarktführer für HochleistungsHeiz-Kühlelemente

Westfalen - stark auch und gerade ohne "Metropolregion"

Von Ralf Keuper

Der Plan der NRW-Landesregierung, zwei Metropolregionen, Rheinland und Ruhr, zu definieren, hat in Westfalen für einige Unruhe wie auch für Betriebsamkeit gesorgt, was auf diesem Blog bereits zweimal aufgegriffen wurde:
In dem vorliegenden Beitrag stehen weniger das konkrete Vorhaben der Landesregierung und die Reaktionen darauf im Vordergrund; vielmehr soll hier der Frage nachgegangen werden, was es überhaupt mit dem Ansatz der Metropolregionen auf sich hat, da es sich um ein relativ neues Phänomen handelt. Daran anschließend folgt der Abgleich mit der aktuellen Situation in Westfalen, bzw. in den Teilen Westfalens, die nicht unter den Begriff der Metropolregion nach Lesart der Landesregierung fallen.

Der Lockruf der Metropolen

Alles strebt, alles drängt, so scheint es, in die Metropolen. Parallel dazu sind die Regionen darauf bedacht, den Rang einer Metropole zuerkannt zu bekommen. An die Metropolen sind zahlreiche Erwartungen gerichtet. Einerseits stehen urbane Zentren seit Jahrhunderten in dem Ruf, ein Hort der Freiheit zu sein, andererseits genießen Metropolen für gewöhnlich ein hohes Ansehen. Gemäß der Regel der zunehmenden Erträge bzw. des Spruchs "Wer hat, dem wird gegeben" fließt ein Großteil der Gelder der öffentlichen Hand wie auch privater Investoren in die Metropolen. Das wiederum ist nicht wirklich überraschend, leben hier doch deutlich mehr Menschen, als in den verstreut gelegenen Kommunen auf dem Lande. Wenn es also nur danach ginge, dann dürften in den ländlichen Regionen, außer Landwirten und Menschen, die sich dort zur Ruhe gesetzt haben oder schlicht an ihrer Scholle kleben, keine weiteren Einwohner leben. Dem ist nicht so. 

Für Letzteres kann man die diversen Strukturfördermaßnahmen verantwortlich machen, die einer Landflucht entgegen wirken sollen. Aber auch dieses Argument verfängt nicht, da die Städte, wie bereits erwähnt, das bevorzugte Ziel, nationaler, wie internationaler Investitionsströme sind. 

Stadt- und Regionalökonomie

Da die Ökonomie das leitende Paradigma unseres Zeitalters ist, haben Städte sich vor allem an ökonomischen Kennzahlen messen zu lassen. Ausdruck dieser Haltung, dieses Zeitgeists sind die zahlreichen, häufig sich widersprechenden Rankings. 

In der Vergangenheit hat es nicht an Theorien gefehlt, die zu erklären versuchten, warum sich in bestimmten Regionen und Städten zahlreiche Unternehmen aus derselben Branche ansiedelten bzw. warum bestimmte Wirtschaftszweige sich nur dort bilden konnten. 

Am bekanntesten dürfte wohl die Theorie der unternehmerischen Standortwahl von Alfred Weber, jüngerer Bruder von Max Weber, aus dem Jahr 1909 sein. Darin ging Weber von der Gewinnmaximierungsabsicht der Unternehmer aus, die als Einzelpersonen nach den Prinzipien des Homo Oeconomicus, d.h. stets rational und auf Basis (nahezu) vollständiger Information, handelten. Wesentlich für die Standortwahl sind nach dem Modell Webers die Transportkosten, die bei den Rohstofflieferungen und/oder für die Distribution zu den Kunden anfallen. Weiteres Kriterium sind die Arbeitskosten. Vor Weber entwarf der Geograf Walter Christaller sein System der zentralen Orte. Davor war es Johann Heinrich Thünen, der mit dem als Thüneschen Ringen bekannt gewordenen Modell eine frühe Standortlehre begründete.   

Neuere Arbeiten betonen statt der geographischen Gegebenheiten, wie Böden, Rohstoffe oder klimatischen Bedingungen, eher weichere Faktoren. International am verbreitetsten ist wohl das Buch The Rise of the creative class von Richard Florida. Von ihm stammt die These oder Aussage, dass in Zukunft über die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes weniger bis gar nicht die klassichen Merkmale wie Bodenschätze und günstige Transportwege entscheiden werden, sondern die gelungene Kombination aus den drei T´s - Talente, Technologie und Toleranz. Die Angehörigen der kreativen Klasse benötigen für die Aufrechterhaltung ihres Ideenstroms ein entsprechendes Umfeld, das ihre Neigungen und Talente in besonderer Weise anspricht. Hierzu zählt neben der Möglichkeit, mit modernster Technologie arbeiten zu können, auch die Toleranz gegenüber abweichenden Meinungen, Kulturen und Lebensstilen. Das erfordert in vielen Bereichen eine Abkehr von der durch die Industrialisierung geprägten Arbeitswelt, in deren Zentrum noch immer die am Output messbare Effizienz, die Wiederholbarkeit sowie die Austauschbarkeit der "klassischen" Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital steht.

Startups als Ausdruck eines neuen Wirtschaftsstils

Neuere Arbeiten auf dem Gebiet der Stadtökonomie beschäftigen sich mit der Entstehung der diversen Startup-Ökosysteme. Das mit Abstand bekannteste Startup-Ökosystem der Welt ist nach wie vor das Silicon Valley. In Deutschland belegt Berlin die Spitzenposition. Besondere Erwähnung verdient die empirische Untersuchung Culturally Clustered or in the cloud? Location of internet start-ups in Berlin von Kristoffer Möller. Ebenfalls erwähnenswert ist das Buch  New Business Order. Wie Start-ups Wirtschaft und Gesellschaft verändern von Christoph Giesa und Lena Schiller-Clausen.

Demnach haben die Metropolen einen strukturellen Vorteil gegenüber eher ländlichen Regionen. Zu gute kommt ihnen dabei die dichte Verkehrs- und IT-Infrastruktur, neben der Tatsache, dass sich hier zahlreiche Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen, Finanzinstitute, Investoren und andere Dienstleister auf engem Raum drängen. Die Wege sind hier kurz, die Wahrscheinlichkeit auf Gleichgesinnte oder potenzielle Geschäftspartner oder Mitarbeiter zu stoßen, höher. 

Und doch ist es keinesfalls so, dass sich in der "Provinz" nicht auch dynamische Startup-Ökosysteme bilden können, wie Brad Feld in Startup Communities. Building An Entrepreneurial Ecosystem In Your City zeigt. 

Westfalen als Paradebeispiel der "Schöpferischen Peripherie"

Der in jeder Beziehung außergewöhnliche Schriftsteller und Kulturwissenschaftler Egon Friedell prägte in seinem Klassiker Kulturgeschichte der Neuzeit den Begriff der Schöpferischen Peripherie. Seiner Überzeugung nach, war es fast immer die Peripherie, die die "neuen schöpferischen Kräfte entbindet und die bedeutenden geistigen Umwälzungen inauguriert". 
Übertragen auf das heutige Westfalen können wir einige Überschneidungen feststellen. Es ist mehr als bemerkenswert, dass ausgerechnet in Ostwestfalen so viele Weltmarktführer entstehen konnten, von denen nicht wenige einen Umsatz in Milliardenhöhe erzielen. Ähnliches gilt für Südwestfalen und, wenngleich nicht in dieser Ausprägung, für das Münsterland. Die Region Ostwestfalen gilt daneben auch als "Klemmen Valley" oder, wie die SZ erst vor wenigen Tagen schrieb, als "Silicon Valley der elektrischen Verbindungstechnik". 
Bezeichnend in dem Zusammenhang auch der Beitrag Verpatzte Förderung: Desaster um Cluster-Republik Deutschland, der dem Erfolgsgeheimnis des deutschen Mittelstands nachspürte. Darin hieß es u.a.:
Das britische Wirtschaftsmagazin Economist hat sich auf die Suche nach dem Erfolgsgeheimnis der deutschen Wirtschaft begeben - und seine Wurzeln in Bielefeld entdeckt. Ausgerechnet. In der ost-westfälischen Region rund um die Stadt, der mancher nachsagt, es gebe sie gar nicht, habe sich nämlich ein typisch deutsches Cluster von Unternehmen des "German Mittelstand" gebildet.
Diese Cluster, so der Economist weiter, zeichneten sich durch historisch gewachsene, lokal geprägte Wirtschaftsstrukturen aus, in denen sich hoch spezialisierte Hersteller, Zulieferer, Dienstleister und Forschungsinstitute einer bestimmten Branche konzentrieren. Dank einer teils über Jahrhunderte gewachsenen Vertrauens- und Kooperationskultur seien sie zu Weltmarktführern und kleinen Oligopolisten herangewachsen.
Dynamisch und flexibel seien diese erfolgreichen Unternehmer-Netzwerke in der deutschen Provinz - aber in ihrem Festhalten an althergebrachten Werten und Strukturen auch irgendwie altmodisch, befindet das britische Wochenmagazin. Und gerade deshalb sei das deutsche Wirtschaftsmodell für ausländische Wirtschaftspolitiker kaum zu kopieren.
Westfalen scheint in besonderer Weise von den diversen eher informellen Netzwerken zu profitieren, die sich nicht per ordre du mufti installieren lassen. Westfalen war schon immer polyzentrisch organisiert, ein Organisationsmodell das derzeit unter den Schlagworten Netzwerk oder Ökosystem kursiert. Ein Wirtschaftsstil also, der gut zu uns passt. Es kann kein Zufall (mehr) sein, dass Westfalen Ursprungsland der Hanse ist

Nicht zu Unrecht verweist die neue Steuerungsgruppe auf die gesunde Wirtschaftsstruktur Westfalens. 

So gesehen ist der Region Westfalen seine vermeintlich periphere Lage nicht schlecht bekommen, es ist sogar die Vermutung erlaubt, dass es gerade dieser Umstand ist, der dazu geführt hat, dass Westfalen in NRW so gut da steht. Während das Ruhrgebiet mit Fördergeldern reichlich bedacht wurde und wird und auch das Rheinland, allen voran Bonn, von dem öffentlichen Geldfluss reichlich profitierte, war man hier schon immer mehr auf sich gestellt. Das bedeutet keineswegs, dass wir in Westfalen keine öffentlichen Gelder, für den Ausbau der Infrastruktur beispielsweise, beanspruchen sollten. Falsche Bescheidenheit ist nicht die Alternative. Das wäre blauäugig. Das richtige Maß ist jedoch entscheidend. 

Weitere Informationen:

Innovation in der Peripherie

Mittwoch, 18. November 2015

Ausstellung "Weltvermesser – Das Goldene Zeitalter der Kartographie" in Lemgo

Von Ralf Keuper

Wer Zeit, Muße und Interesse hat, sollte sich die Ausstellung Weltvermesser in Lemgo ansehen. Es dürfte wohl in absehbarerer Zeit in unserer Region, wie überhaupt in Deutschland, keine vergleichbare Ausstellung ausgerichtet werden. Ein Besuch lohnt sich, worüber ich mich selbst überzeugen konnte. Die Ausstellung geht noch bis zum 6. Dezember. 


Weitere Informationen:


Samstag, 14. November 2015

Paderborn: Positives vom IT-Standort

Von Ralf Keuper

In letzter Zeit gab es in Sachen IT nur wenig erfreuliches aus Paderborn zu berichten. Da geben zwei Ereignisse der letzten Tage einigen Anlass zum Optimismus. 

So feierte das noch von Heinz Nixdorf ins Leben gerufene C-LAB, das heute gemeinsam von Atos und der Universität betriebene Forschungs- und Entwicklungslabor, sein 30jähriges Bestehen, nachzulesen u.a. in 30 Jahre C-LAB: Erfolgreiches Forschungs- und Entwicklungslabor von Atos und der Universität Paderborn – Jubiläumsveranstaltung am 10. November

Lesenswert in dem Zusammenhang auch das Interview mit dem Deutschland-Chef von Atos, Winfried Holz,  unter dem Titel Warum Paderborn für Atos wichtig ist.

Erst kürzlich, so Holz, habe Atos Paderborn zu einem der zwölf Zielstandorte in Deutschland gekürt. Insgesamt zählt Atos in Deutschland 80 Standorte.

Auf die Frage, was für Paderborn gesprochen habe, antwortete Holz:
Ein wichtiger Faktor ist das C-Lab, das hier voll in Atos integriert ist. In Paderborn ist viel Know-How unter anderem in den wichtigen Bereichen Sicherheitsprozesse oder Business Data Analytics, auch Big Data genannt. Und nicht zuletzt sprechen die erfolgreiche Standortleitung und die Verhältnisse vor Ort für Paderborn.
Dann wollen wir mal hoffen, dass sich mit Blick auf die Sicherheitstechnologien und Business Data Analytics der Übertragungseffekt von der Forschung zur Produktion demnächst in Paderborn einstellt, und hier für mehr Vielfalt sorgt.  

Eine weitere positive Meldung kommt von der Fraunhofer Projektgruppe Entwurfstechnik Mechatronik, die zum 1. Januar 2016 eigenständig wird. Sie ist damit die erste eigenständige Fraunhofer-Einrichtung in Ostwestfalen-Lippe. 

Freitag, 13. November 2015

Steuerungsgruppe will Westfalen in NRW stärken

Von Ralf Keuper

Ist das jetzt mehr als bloßer Aktionismus? Wie mehrere Zeitungen berichteten, u.a. die Neue Westfälische, wollen die Regierungsbezirke Münster, Detmold und Arnsberg mit einer Stimme sprechen, wenn es um die Vergabe von Fördergeldern und die Anlockung ausländischer Investoren geht. 

Auslöser für die Bildung der Steuerungsgruppe war die Definition zweier Metropolregionen durch die Landesregierung. Demnach werden das Ruhrgebiet und das Rheinland als Metropolregionen eingestuft. Auf diesem Blog habe ich das Thema behandelt, und zwar in 
Insgesamt halte ich den Vorstoss für richtig. Obwohl man die Definition von Metropolregionen nicht überbewerten sollte, verbirgt sich dahinter dennoch die Gefahr, dass im öffentlichen Bewusstsein, sowohl im Inland wie auch im Ausland, ein Bild der Region Westfalen transportiert wird, das seinem Charakter nicht gerecht wird. Die Bildung hartnäckiger Stereotypen ist häufig die Folge. 

Warten wir ab, was daraus wird und ob es den westfälischen Teilregionen, mit Ausnahme des westfälischen Ruhrgebietes, wirklich gelingt, mit einer Stimme zu sprechen. 

Weitere Informationen:

Klenke: Starke Stimme für Westfalen

Sonntag, 8. November 2015

Duesenberg Motors Inc.

Von Ralf Keuper

Die Autos aus der Produktion von Duesenberg Motors Inc. galten in den 1920er und 1930er Jahren in den USA als die besten und elegantesten. Für Auto-Enthusiasten sind die verschiedenen Duesenberg-Modelle die schönsten Autos, die je gebaut wurden. Gegründet wurde Duesenberg Motors Inc. von den aus Lemgo stammenden Gebrüdern Düsenberg. 


Im Duesenberg Museum in Auburn können sich die Liebhaber schöner Autos eine große Anzahl von Duesenberg-Fabrikaten anschauen. 


Weitere Informationen:

Westfälische Automarken

The Great Gatsby - von Rolls-Royce zu Duesenberg