Samstag, 30. Mai 2015

Léonide Massine in Borken

Von Ralf Keuper

Léonide Massine kann man Fug und Recht als einen der bedeutendsten Tänzer und Choreographen des 20. Jahrhunderts bezeichnen. Im Jahr 1914 trat er in dem legendären Ballet Russes auf. Seine weitere berufliche bzw. künstlerische Laufbahn führte ihn u.a. nach New York, Paris und London. Insofern würde man Massine wohl kaum mit Borken im Westmünsterland in Verbindung bringen. 


Und doch hat Massine die letzten Jahre seines Lebens, von 1965-1979, genau hier verbracht. Ursache dafür war, dass seine letzte Ehefrau, die aus Borken stammte, das unruhige Leben in Paris und London leid war und sich nach der Beschaulichkeit und Ruhe ihrer Heimatstadt zurücksehnte.

Im Borkener Stadtteil Weseke sorgte ein bunter Vogel wie Massine natürlich für einiges Aufsehen, auch wenn nur den wenigsten bekannt gewesen sein dürfte, welch prominenter Künstler in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft lebte. 

Zum 25. Todestag brachten die Weseker Heimatblätter den Beitrag Zum 25. Todestag von Leonide Massine„Tänzer und Choreograph“

Dort heisst es u.a.:
Ein solcher Kosmopolit, der in Sachen Ballett sein Leben lang in den Metropolen der Welt unterwegs war und seit 1965 im beschaulichen westmünsterländischen Weseke wohnte, ist daher im ersten Anschein schon als Kuriosität zu betrachten. Warum eigentlich? Oder kann nicht sein, was nicht sein darf? Die Gründe lagen in seinem Privatleben, von dem er nie viel Aufhebens machte. Seine vierte Frau, Hannelore, geb. Holtwick, aus Borken-Gemen, wollte nach der Geburt ihrer beiden gemeinsamen Kinder, nach New York, London und Neuillysur-Seine, einem Vorort von Paris, in ihre angestammte Heimat zurückkehren. Die Familie bezog ein eigenes Haus in Weseke, wo sie bis zum Ende seines Lebens wohnhaft war.
Am 15 März 1979 verstarb Massine im Borkener Krankenhaus. In Borken befindet sich auch sein Grab.  

Weitere Informationen:

Massine-Ballet

Leonide Massine

Dienstag, 26. Mai 2015

Die Römer in Westfalen

Von Ralf Keuper

Die Geschichte der Römer in Germanien ist eng mit Westfalen verknüpft, wenngleich Westfalen zu dem Zeitpunkt als Region noch nicht existierte. Von herausragender Bedeutung ist dabei sicherlich die Schlacht am Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr., aber auch die Rachfeldzüge von Germanicus einige Jahre später. Allen Versuchen zum Trotz, konnten sich die Römer nach ihrer vernichtenden Niederlage im Teutoburger Wald nicht mehr in Germanien festsetzen. Im 3. Jahrhundert n. Chr. kam es am Harzhorn, in der Nähe von Bad Gandersheim, zu der letzten kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Germanen und Römern. Den Römern verging das Interesse an Germanien. Es gab lohnendere Ziele, als das von dichten Wäldern und tiefen Sümpfen durchzogene Land der Germanen. 

Der Hauptstützpunkt der römischen Legionen im Nordwesten Germaniens befand sich in Haltern, wo heute das LWL-Römermuseum an diese Epoche erinnert. 

In den vergangenen Jahren sind einige Veröffentlichungen erschienen, die sich mit der Zeit der Römer in Westfalen beschäftigen.

Hier eine Auswahl:


Montag, 25. Mai 2015

Fussball: Rheinland hängt Westfalen ab?

Von Ralf Keuper

Kaum, dass die rheinischen Fussballvereine nach langer, langer Zeit in der Summe einmal in der 1. Fussballbundesliga besser abschneiden, als die westfälischen, da tönt es in den Gazetten: Hipp, hipp, hurra! Das Rheinland hängt Westfalen ab.

Nebenbei: Die Saison ist noch nicht ganz zu Ende. Dortmund kann noch den DFB-Pokal holen. Wann ist das noch mal in der jüngeren Vergangenheit einem rheinischen Verein gelungen, ganz zu schweigen vom Double ;-))) Vizekusen war mal nah dran.

Erfreulich zu lesen, dass die rheinischen Vereine ihren Erfolg westfälischen Tugenden verdanken:
Gemeinsamer Nenner unseres regionalen Trios: die für den Rheinländer eigentlich ungewöhnliche Ruhe und Besonnenheit in den Führungsgremien.
Einmal nicht geklüngelt, und schon läuft es ;-)

Es sei den Rheinländern gegönnt. Was Dortmund und Schalke dieses Jahr abgeliefert haben, war in der Tat unbefriedigend. Paderborn verlässt die 1. Bundesliga erhobenen Hauptes. Wann kommt es schon mal vor, dass der Abstieg eines Vereins in den Sportredaktionen fast unisono bedauert wird?

Samstag, 23. Mai 2015

Westfalen News #12

Von Ralf Keuper

Erneut eine Aufstellung einiger Beiträge aus und über Westfalen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind:

Samstag, 16. Mai 2015

"Paderborner Gerichtswesen und Juristen im neunzehnten Jahrhundert (Heinrich Rempe)

Von Ralf Keuper

Die Rechtsgeschichte Deutschlands erschließt sich, schon allein seines dezentralen Aufbaus wegen, vor allem mit Blick auf seine Regionen, wie Westfalen. Ein Sonderfall ist dabei, wie ich selbst zu meinem Erstaunen feststellen konnte, der Gerichtsbezirk Paderborn während des 19. Jahrhunderts, wie Heinrich Rempe in seinem aus dem Jahr 1970 stammenden Buch Paderborner Gerichtswesen und Juristen im neunzehnten Jahrhundert darlegt. 

Viele der herausragenden Juristen und Richter des 19. Jahrhunderts des damaligen Preußen taten an Paderborner Gerichten ihren Dienst, darunter Diedrich Friedrich Carl von Schlechtendahl, der in seiner Zeit als Polizeichef von Berlin die erste Kripo Deutschlands gründete, und Benedikt Waldeck, einer der entschiedensten politischen Gegner Bismarcks. Weitere bekannte Juristen jenes Zeitraums mit Paderborner Vergangenheit waren Wilhelm Rintelen und Franz von Forckenbeck, die, wie Waldeck, als Richter in Paderborn tätig waren. Ferner der gebürtige Paderborner Franz von Löher, der nach seiner revolutionären Phase in die Dienste des bayrischen Königs trat. Wie sehr von Löher sich im Königreich Bayern etabliert hatte, zeigt die Tatsache, dass er die Rede anlässlich des 700. Geburtstages der Stadt München hielt. Nicht zu vergessen auch Eduard von Moeller, der als Regierungspräsident von Köln, Elsaß-Lothringen und Kassel-Nassau einer der führenden Staatsmänner in Preußen war sowie Alfred Hüffer, einer der Mitbegründer der Zentrumspartei.

Die Paderborner Juristen waren für die damalige Zeit in ihrer Mehrheit ausgesprochen liberal gesinnt, wie nicht nur die Beispiele Waldeck und Löher zeigen. 

Zu großem Dank ist die Stadt Paderborn laut Rempe dem Freiherrn vom Stein verpflichtet, der dafür sorgte, dass Paderborn die Befugnisse aller übrigen Justizkollegien erhielt. Bis dahin war Paderborn eine Nebenstelle des Justizkollegiums in Münster. 

Der eigentliche Aufstieg Paderborns zum wichtigen Gerichtsstandort erfolgte im Jahr 1816, als die Regierung Minden bekannt gab, dass das Ober-Landesgericht für die Provinzen Minden, Ravensberg, Paderborn, Corvey, Reckenberg und Rheda von Minden nach Paderborn verlegt werde. 
Paderborn war damit einer der größten Gerichtsbezirke Preußens. 

Die Richter hatten allerhand zu tun, galt der Oberlandesgerichtsbezirk Paderborn doch als einer derjenigen mit der höchsten Kriminalität in Preußen. 

Hohes Ansehen in Preußen genoss die Ausbildung der angehenden Juristen an Paderborner Gerichten. Rempe schreibt:
Über die Ausbildung des Auskultatoren erließ der Direktor des Land- und Stadtgerichtes in Paderborn im Jahre 1841 eine Instruktion. Sie war so vorzüglich, dass der Justizminister sie allen preußischen Gerichten als vorbildlich empfahl. Dem jungen Juristen wird darin ans Herz gelegt: "Vor allen Dingen muss er sich von seinem ersten Eintritt in den Dienst an Pünktlichkeit, Genauigkeit und Akkuratesse in allen denjenigen Arbeiten gewöhnen, die ihm aufgetragen werden; er muss sich bemühen, aus seiner Arbeit ersichtlich zu machen, dass es ihm darum zu tun war, nicht des Geschäfts los zu werden, sondern etwas Gründliches zu lernen und praktisch Brauchbares zu liefern, und es wird für ihn eine Ehrensache sein, durch solche Leistungen die Mühe zu vergelten, welche seine Vorgesetzten sich mit ihm gegeben haben".
Viele Paderborner Juristen waren an der Gründung der Zentrumspartei beteiligt. Ein Schlüsselrolle hatten dabei sie sog. Soester Konferenzen, aus denen später das Soester Programm hervorging.   

Im 1878 wurde der Oberlandesgerichtsbezirk Paderborn aufgelöst. Fortan war Paderborn Sitz eines Landgerichtes; das gilt bis heute.

Rempe schreibt:
Die heutige Gestalt erhielt das Gerichtswesen im Paderborner Gebiet im Jahre 1878 auf Grund des Gerichtsverfassungsgesetzes. Bei dieser Gelegenheit verlor die Stadt Paderborn den Sitz des Appellationsgerichts. Da jede Provinz nur ein Oberlandesgericht haben sollte, schied sie als Gerichtssitz ohne weiteres aus, und das Ringen um das höchste Gericht in Westfalen spielte sich zwischen Hamm und Münster ab. Den Sieg trug Hamm davon. Die übrigen westfälischen Appellationsgerichte zum Münster, Paderborn und Arnsberg wurden zu Landgerichten des neuen Oberlandesgerichts umgebildet. 
Weitere Informationen:


Mittwoch, 13. Mai 2015

"Westfalen wie es lacht" von Siegfried Kessemeier

Westfalen und Humor? Da reagiert manch einer skeptisch. Aber die Leute in Westfalen sind keineswegs bloß "stur", wie es das landläufige Vorurteil behauptet. Sie haben auch Humor, einen ganz charakteristischen mit Spezialitäten-Reiz: trocken, treffsicher, hintergründig. In ihm zeigt sich ein besonderer Sinn für die Spannung von Unter- und Übertreibung, für originelle Naturen. Er ist dem angelsächsischen in mancherlei Hinsicht verwandt. Den sogenannten "schwarzen Humor" kannte man in Westfalen längst, ehe er modern wurde. Die kräftige Würze gewinnt der westfälische Humor durch die mundartliche Pointierung: vom Plattdeutschen bis zum Kohlenpott-Dialekt. (Klappentext)
Zum Buch:


Weitere Informationen:

Montag, 11. Mai 2015

Gerhard Nebel über die einzigartige Architektur des Erbdrostenhofes in Münster

Nun endlich also der Eintritt in die Stadt, die uns zuerst den schönsten Bau Schlauns, den prächtig wiederhergestellten Erbdrostenhof präsentierte, eine stolze Diagonale, freudige Selbstsicherheit, die nicht nur in der Architektur bleibt, sondern die auch der Betrachter von ihr empfängt. Kein geschlossener, bezwingender, sich aufdrängender, aber ein weiter und lockender Raum - er stellt vollkommen den Stil des Lebens dar, für das er geschaffen war, das sich in ihm abspielte. Solche Höfe unterhielt der Adel, der sonst auf den Wasserburgen saß, in der Stadt. Münster hat immer eine starke Urbanität besessen, es war ein Vorort der Hanse, die Gilden und Zünfte waren stolz und selbstbewusst, schon im Ereignis der Wiedertäuferei lebt sich die Kraft des Städtertums aus, das ja auch die Reformation in Deutschland durchsetzte. 
Quelle: Gerhard Nebel: Liebe auf den ersten Blick - Ein Besuch in Münster 

Samstag, 9. Mai 2015

Das Duell Vincke-Bismarck

Von Ralf Keuper

Otto von Bismarck, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 200. Mal jährt, lag während seiner aktiven Zeit als Politiker immer wieder im Streit mit westfälischen Abgeordneten; insbesondere während des sog. Kulturkampfes. Viele seiner härtesten politischen Widersacher stammten aus Westfalen, wie Benedikt Waldeck

Im Jahr 1852, bevor Bismarck die Bühne der Weltpolitik betrat, kam es infolge anhaltender Streitigkeiten und unüberbrückbarer Gegensätze in ihren Grundüberzeugungen, zu einem Duell mit seinem damaligen politischen Gegenspieler, Georg von Vincke,  - auch als Duell Vincke-Bismarck bekannt. 

In der damaligen Satisfaktionsfähigen Gesellschaft (Norbert Elias) zählte das Duell noch zum festen Bestandteil der Konfliktlösung unter Edelmännern oder solchen, die sich dafür hielten. Die Duellanten trennten sich unverletzt, nachdem jeder einen Schuss abgegeben und an dem anderen vorbei gezielt hatte. Damit war für die Sekundanten und den Unparteiischen, den aus Hamm stammenden Ludwig von Bodelschwingh, der Fall erledigt. Bismarck soll darüber erzürnt gewesen sein. 

Aus dieser Zeit und den nachfolgenden Jahren rührt auch wohl das Urteil Bismarcks: 
Der Westfale bleibt immer Westfale!
Nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik fiel Bismarcks Urteil über die Westfalen versöhnlicher aus. In seiner berühmten Rede an die Westfalen fand er nur lobende Worte ;-) 

Westfalen News #11

Von Ralf Keuper

Erneut eine Aufstellung einiger Beiträge aus und über Westfalen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind:

Montag, 4. Mai 2015

Der Spion des Königs - Justus Gruners denkwürdige Reise durch Westfalen 1801

Von Ralf Keuper

Im Jahr 1801 unternahm Justus Gruner im Auftrag des preußischen Königs eine Reise durch Westfalen, um sich auf diese Weise einen tieferen Eindruck über das Land zu verschaffen. Gruner stammte aus Osnabrück, das zu jener Zeit noch zum westfälischen Einzugsgebiet zählte. Gruners Urteil fiel durchwachsen aus: Mit den katholischen Städten Münster und Paderborn konnte er nicht viel anfangen, wohl aber mit Bielefeld und Minden, die für ihn den Aufbruch in die Moderne verkörperten. Hier waren die Disziplin und der Gewerbefleiß, wie sie von Friedrich dem Großen schon gefordert und gefördert wurden, bereits weithin sicht- und spürbar. 

Anlässlich des 200. Jahrestages der Reise gab der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mit Unterstützung der Westfalen-Initiative den sehenswerten Kurzfilm Der Spion des Königs - Justus Gruners denkwürdige Reise durch Westfalen im Jahr 1801, den man sich in Auszügen unter Gruners Reise-  Der Film anschauen kann, heraus. 

Gerhard Nebel über das Einzigartige der Münsteraner Gastronomie

Die Münsterer Bucht ist nahrhaft, Schweinemast auf der Grundlage der Eicheln, die die Eichenwälder abwerfen, also Schinken, und Pumpernickel auf der Grundlage des Roggens - dazu dann Grünkohl mit Mettwurst, Surmoss, will sagen Sauerkraut, Panhas, das mit Grieben und Rübenkraut gereicht wird, Pfefferpotthast, Buchweizen-Pfannkuchen. All das wurde uns angeboten, als wir in eine Wirtschaft eintraten, in der sich Münsters Substanz höchst erfreulich verdickt, und zwar auf eine natürliche, volkstümliche Art, des Volkes wahrer Himmel, jedoch so, dass alles Pöbel- und Massenhafte fern ist, nicht einmal mehr gedacht werden kann, von der vornehmtuerischen Fadheit der höheren Gastronomie zu schweigen. Ich bin weit herumgekommen und habe die gastlichen Räume erprobt, aber ein Lokal, das so in Übereinstimmung mit dem Stadtgeist gewesen wäre, ein Lokal von dieser Gediegenheit habe ich noch nicht gefunden, auch in Schwaben nicht.
Quelle: Gerhard Nebel: Liebe auf den ersten Blick - Ein Besuch in Münster

Sonntag, 3. Mai 2015

Abenteuerlicher Simplizissimus - Der Jäger von Soest (Fernsehfilm)

Von Ralf Keuper

Nach wie vor wenig bekannt ist, dass eine der Hauptfiguren des wichtigsten Prosawerks in deutscher Sprache aus der Zeit des Barock, Simplicius Simplicissimus von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, aus Westfalen stammt - gemeint ist Das Jägerken von Soest.


Der zweite Teil des sehenswerten Fernsehfilms Abenteuerlicher Simplizissimus ist ganz dem Jäger von Soest gewidmet. Die Handlung des Geschehens spielt sich ab im Raum Soest - Lippstadt - Werne. 
In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges ließ Grimmelshausen seinen Romanhelden Simplicius Simplicissimus, den „Jäger von Soest“, die Wintermonate 1636/37 im Kloster (Paradiese) verbringen. (Quelle: Wikipedia)

Samstag, 2. Mai 2015

Wen vertritt die Westfalen-Initiative?

Von Ralf Keuper

Die Westfalen-Initiative mit Sitz in Münster hat in der Vergangenheit mit einigen Aktionen von sich Reden gemacht. Erwähnens- und lobenswert sind u.a. die Unterstützung für das Kulturgut Nottbeck, der Westfalen Slam sowie der Nachrichtendienst Westfalen heute

In die Freude mischt sich jedoch ein gewisses Unbehagen, wenn bekannt wird, wie stark die Westfalen-Initiative in landespolitische Entscheidungen involviert ist, wie aktuell im Zusammenhang mit dem sog. RVR-Gesetz. Diesen Eindruck jedenfalls lässt das Interview „Wir müssen Brücken bauen“ mit dem Vorsitzenden des Vereins Westfalen-Initiative, Peter Paziorek, aufkommen.

Darin heisst es:
Frage: Die Westfalen-Initiative hat sich für Veränderungen im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen eingesetzt. Dafür steht vor allem der das Gesetz begleitende Entschließungsantrag. Sind Sie damit zufrieden? 
Paziorek: Gut ist, dass eine Erweiterung der Kompetenzen für den RVR nicht mehr vom Beschluss des Verbandes abhängt. Die Mitglieder müssen zustimmen - und das einstimmig. Das ist eine Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung, die wir als Westfalen-Initiative stets begrüßen. Und durch den Entschließungsantrag ist sichergestellt, dass der Aufgabenbereich der Landschaftsverbände nicht beeinträchtigt werden. Der LWL ist damit eine umfassende Klammer für Westfalen.
Das wirft die Frage nach der politischen Legitimation auf. Wessen Interessen vertritt die Westfalen-Initiative? Ein Blick auf die Gremien zeigt, dass es sich hierbei vorwiegend um Vertreter der Wirtschaft und/oder um der CDU nahestehende Personen handelt. 

Für Westfalen als Ganzes bzw. für die Bürger und Bürgerinnen zu sprechen, fehlt, so weit ich sehen kann, das Mandat. Oder haben der LWL oder die Landesregierung die Westfalen-Initiative mit ins Boot geholt? Dann wäre das klarer. 

So vermisse ich da ein wenig Transparenz. 

Weitere Informationen:

4 der 25 größten Logistikunternehmen in Deutschland kommen aus Westfalen

Von Ralf Keuper

Vor einigen Tagen wurden in dem Beitrag Die Top 25 Logistikunternehmen in Deutschland die, gemessen am Umsatz, 25 größten Logistikunternehmen Deutschlands vorgestellt. Vier Unternehmen kommen aus Westfalen:
  • Rhenus (Platz 5)
  • arvato (Platz 13)
  • Kraftverkehr Nagel (Platz 15)
  • Fiege (Platz 16)

Übrigens: Im Bereich Intralogistik zählen SSI Schäfer (Platz 2) und die Beumer Group (Platz 7) zu den weltweit größten Anbietern. 

Mein Beitrag zum Thema Ranking ;-)

Weitere Informationen: