Montag, 12. Oktober 2015

Zum 200. Geburtstag von Karl Weierstraß

Von Ralf Keuper

Am 31. Oktober jährt sich der Geburtstag des bedeutenden Mathematikers Karl Weierstraß zum 200. Mal. An diesem Tag findet in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften eine Festveranstaltung statt. 

Ebenfalls in Gedenken an den gebürtig aus Ostenfelde (Kreis Warendorf) stammenden Forscher ist im Springer-Verlag das Buch Karl Weierstraß (1815-1897) Aspekte seines Lebens und Werkes erschienen. 

Im Vorwort heisst es:
Weierstraß’ Bedeutung für die Weltmathematik ist fundamental. Sein Streben nach Strenge in den Grundlagen der Analysis wurde schon zu Lebzeiten legendär. Er setzte damit neue Maßstäbe und zwang die mathematische Gemeinschaft zu einer neuen Qualität der Behandlung grundlegender Eigenschaften reeller Funktionen. Mit seinen gefürchteten Gegenbeispielen bei Vernachlässigung dieser hohen Genauigkeit erwarb er sich einen Ruf als ein Erneuerer der Analysis. Berühmt ist das Aufsehen, das er 1872 in der mathematischen Gemeinschaft erregte, als er eine stetige, aber nirgends differenzierbare Funktion explizit konstruierte; war man doch bis anhin allgemein davon ausgegangen, dass die Menge der Nichtdifferenzierbarkeitsstellen einer jeden stetigen Funktion im allgemeinen eine sehr kleine Menge sein sollte. Den großen Eindruck, den dieses Gegenbeispiel machte, kann man an dem ehrfürchtigen Namen Monsterfunktion ablesen. Ähnlichen Eindruck hatte schon 1870 seine Kritik am Dirichlet‘schen Prinzip gemacht, indem er die Unlösbarkeit der Dirichlet‘schen Randwertaufgabe zeigte, wenn die Lösung eine gewisse Regularität aufweisen soll.
Bereits im Februar diesen Jahres riefen die Universität Paderborn und das Gymnasium Theodorianum, wo Weierstraß sein Abitur ablegte, das Paderborner-Weierstraß-Jahr aus. Einmal im Jahr veranstaltet die Universität Paderborn die Weierstraß-Vorlesung in Paderborn

In Berlin erinnert das Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik an den Mathematiker, der in der deutschen Hauptstadt die meiste Zeit seines Lebens gelebt und gelehrt hat. 

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