Montag, 24. August 2015

Industrie 4.0 - eine ganze Branche muss umdenken

Von Ralf Keuper

In einem Interview mit der WAZ erklärt VDMA-Präsident und Haver & Boecker - Eigentümer Reinhold Festge, wie sich die Arbeitswelt im Maschinenbau infolge von Industrie 4.0 verändern wird. Auf die Frage, ob die Industriemechaniker derzeit nicht Inhalte lernen, die schon bald veraltet sind, antwortet Festge:
Ja, sie müssen künftig viel mehr IT-Kenntnisse haben, die Umstellung ist eine Riesen-Herausforderung, zumal die Ausbildungsinhalte streng reglementiert und politisch kontrolliert sind. Und selbst wenn sich Industrie und Politik – zuständig sind die Länder – rasch auf neue Inhalte einigen, fehlen in den Berufsschulen die Lehrer mit dem entsprechenden Wissen. Wir werden erst einmal die Lehrer neu schulen müssen.
Die Tatsache, dass die Maschinenbauindustrie in NRW anders als in Bayern und Baden-Württemberg im ersten Halbjahr gewachsen ist, führt Festge auch auf den Branchenmix in NRW zurück: 
Doch die Absatzschwäche vor allem in China und Brasilien bekommt besonders die Autoindustrie zu spüren, die in Baden-Württemberg und Bayern stark ist und in NRW kaum ins Gewicht fällt. Das große Plus von NRW ist seine gesunde, mittelständisch geprägte Unternehmens-Struktur, Einbußen in Russland und China konnten in anderen Märkten wettgemacht werden
Ähnlich wie zuvor NRW mit den Branchen Kohle und Stahl hat sich in Bayern und Baden-Württemberg eine Monostruktur etabliert, welche die Länder anfällig für Konjunkturschwankungen in den sog. Schwellenländern macht. Ein Trend, der sich in den nächsten Jahren, genannt seien nur Connected Cars und das Streben nach Souveränität der Schwellenländer in Kernbranchen, verstärken wird. Es bleibt zu wünschen, dass NRW seinen Branchenmix beibehält und nicht zu sehr auf einen Sektor setzt.  

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