Samstag, 29. März 2014

Friedrich Spee, Anton Praetorius, Peter Hagendorf, Hermann Cottmann und der Hexenwahn in Westfalen

Von Ralf Keuper

Heinz Dieter Kittsteiner beschreibt in seinem Buch Die Stabilisierungsmoderne anhand der zahlreichen Hexenprozesse, die während des 16. und 17. Jahrhunderts wie ein Schatten über Deutschland lagen, den langsamen Übergang der mittelalterlichen, feudalen Gesellschaft in das Zeitalter der Moderne. 
An die Stelle von Aberglauben und reiner Willkür traten mit der  Zeit Regeln und Interpretationen, die  wissenschaftlichen Kriterien genügen mussten. Den Anfang machte Gallileo Gallilei in der Naturwissenschaft und der u.a. in Paderborn lehrende Jesuit und Gegner der Hexenprozesse, Friedrich von Spee in der Theologie und Philosophie. Mit seiner Schrift Cautio Criminalis sorgte Spee für einen, wenn auch langsamen, Bewusstseinswandel in der Bevölkerung wie auch unter den Theologen und Landesherren. 
Einige Zeit vor Spee zog der in Lippstadt geborene und aufgewachsene Anton Praetorius gegen die Hexenprozesse zu Felde. Unter den protestantischen Theologen war Praetorius einer der entschiedensten Gegner der Hexenverfolgung. 

Peter Hagendorf, der als Söldner am Dreißigjährigen Krieg teilnahm, berichtet in seinen Tagebüchern von mehreren Hexenverbrennungen in Lippstadt. Kitttsteiner zitiert aus den Tagebüchern:
In Lippstadt gibt es gutes altes Bier und auch böse Leute. Ich habe ihrer 7 verbrennen sehen. Darunter ist sogar ein schönes Mädelein gewesen von 18 Jahren, aber sie ist doch verbrannt worden. 
Kittsteiner schreibt weiter, dass allein in dem Zeitraum von Juni bis September 1630 in Lippstadt 29 Menschen verbrannt wurden. Zur selben Zeit verfasste im nur wenige Kilometer entfernten Paderborn Friedrich von Spee seine Cautio Criminalis. 

Als "Hexenbürgermeister" seiner Heimatstadt Lemgo gelangte Hermann Cottmann zu zweifelhaftem Ruhm.

Ein weiterer entschiedener Gegner der Hexenverfolgung war Johann Weyer, der in Tecklenburg seine letzte Ruhe fand. 

Weitere Informationen:


Donnerstag, 27. März 2014

Gütersloher schreiben Geschichte

"Gütersloher schreiben Geschichte" - der Titel des Buches verspricht Besonderes. Die hier vorgestellten 83 Persönlichkeiten haben wichtige Impulse für die Entwicklung der Stadt gegeben. Sie haben im öffentlichen Leben gewirkt, in Wirtschaft, Politik, Kirche oder Kunst, auf kulturellem, historischem, sozialem oder medizinischem Gebiet große Leistungen vollbracht. Die Vielfalt des städtischen Lebens wird in den biografischen Skizzen beeindruckend deutlich. (Klappentext)
Portraitiert werden in dem Buch u.a.:

Adolph Bermpohl (Navigationslehrer) 

Carl Bertelsmann (Verlagsgründer)

Friedrich Hermann Eickhoff (Lehrer, Organist) 

Elfriede Güth (Fabrikantin, Güth&Wolf)

Auguste Husemann (Erzieherin)






Kurt-Christian Zinkann (Unternehmer, Teilhaber von Miele) 

Erwähnenswert auch:

Samstag, 22. März 2014

Westfälische Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Bereichen - Von Archäologie bis Zoologie

Hier ein kompakte Übersicht der bisher in diesem Blog publizierten Beschreibungen, Kurzvorstellungen bedeutender westfälischer Persönlichkeiten aus den verschiedensten Bereichen in alphabetischer Reihenfolge: 

Westfälische Archäologen

Westfälische Architekten

Westfälische Astronomen

Westfälische Bildhauer

Westfälische Botaniker

Westfälische Chemiker

Westfälische Comedians, Kleinkünstler und Humoristen

Westfälische Dichter und Schriftsteller

Westfälische Diplomaten und Staatsmänner

Westfälische Entomologen

Westfälische Erfinder, Ingenieure und Techniker

Westfälische Feldherren und Militärs

Westfälische Filmregisseure

Westfälische Flugpioniere

Westfälische Forschungsreisende

Westfälische Forst- und Agrarwissenschaflter/Ökologen

Westfälische FotografInnen

Westfälische Galeristen, Kuratoren und Kunsthistoriker

Westfälische Geologen und Paläontologen

Westfälische Gesellschafts- und Staatstheoretiker

Westfälische Heilige

Westfälische Heimat- und Mundartdichter

Westfälische Historiker

Westfälische Humanisten

Westfälische Informatiker

Westfälische Japanologen, Sinologen und Orientalisten

Westfälische Kartografen

Westfälische Kaufleute der Hanse

Westfälische Kleriker und Theologen

Westfälische Kreuzritter

Westfälische Kupferstecher

Westfälische Landmeister und Ordensritter 

Westfälische Literaturwissenschaftler und Philologen

Westfälische Maler

Westfälische Mathematiker

Westfälische Mediziner

Westfälische Mitglieder der Frankfurter Nationalversammlung 

Westfälische Musiker

Westfälische Musikinstrumentenbauer

Westfälische MystikerInnen

Westfälische Naturforscher

Westfälische Numismatiker und Münzsammlungen

Westfälische Ökonomen

Westfälische Pädagogen

Westfälische Philosophen

Westfälische Rechtsgelehrte

Westfälische Revolutionäre des Vormärz

Westfälische Schachspieler

Westfälische Sportlerinnen, Sportler und Sportvereine

Westfälische Verleger

Westfälische Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus

Westfälische Zoologen

Münsters Professor Landois. Begebenheiten und Merkwürdigkeiten um den Zoogründer (Walter Werland)

Von Ralf Keuper

Hermann Landois war bereits zu Lebzeiten eine Legende. Der Gründer des "Westfälischen Zoologischen Gartens", Vorläufer des heutigen Allwetterzoos, war vielseitig interessiert und engagiert. Mit seinen Aktionen stieß er bei seinen Mitbürgern und der Obrigkeit nicht immer auf Gegenliebe, wofür Walter Werland in seinem Buch zahlreiche Belege liefert. 
Aus heutiger Sicht war Hermann Landois eine exzentrische Persönlichkeit, wie man sie eher in England vermuten würde. Äußerliches Merkmal dafür ist nicht zuletzt auch die Errichtung der Tuckesburg und die Bezeichnung als "Graf Tucks". 
Die literarisch wohl eindrücklichste Beschreibung der Person von Hermann Landois stammt von dem Heide-Dichter Hermann Löns:
Eines hat Münster, wonach jeder Fremde fragt, das ist ein Mann, ein echt münsterischer Junge, dessen Name seit langen Jahren mit dem der Stadt Münster untrennbar verschmolzen ist. ... Das ist Herr Professor Landois, der Heimatforscher und Heimatdichter, dieser breitschultrige, untersetzte Mann mit den glattrasierten, bäurisch-robusten klugen Zügen, ein Münsteraner, ein Niedersachse, vom Scheitel bis zu den Enkeln, das originelle Erzeugnis eines originellen Landes. Man sieht es dem Manne auf den ersten Blick an, dass man es mit einer Vollnatur zu tun hat, mit einer abgeschlossenen Persönlichkeit, die ihr Leben voll auslebte, die ihr Schicksal selber schuf trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse, mit einem Mann der stur und steif, unbeirrt durch Freund und Feind, Glück und Unglück, den Weg, den er sich vorzeichnete, innegehalten hat. 

Nichts Menschliches ist ihm fremd geblieben. Auf alle Gebiete erstreckt sich sein breites und tiefes Wissen, aber sein Herz gehört allein der Heimat. Sie zu erforschen, ihr zu nützen, das hat er sich als Ziel gesteckt. Lange bevor man in Paris, Wien und Berlin das Verödende der Zentralisation einsah, lange bevor dort der Ruf erscholl: "In die Provinz!", hat Hermann Landois, das Kind einer urwüchsigen Provinz, als Naturwissenschaftler und Schriftsteller nur aus dieser Provinz für diese Provinz gearbeitet und geschafft.
Weitere Informationen:

Ur-Ur-Großneffe von Landois gratuliert zum 180.  Onkel Hermann lebe hoch!

Donnerstag, 20. März 2014

Venture Capital für IKT-Startups in Nordrhein-Westfalen (NRW) - Zahlen, Fakten, Bedeutung

Von Ralf Keuper

Wie in anderen Regionen auch, hat sich in Nordrhein-Westfalen während der letzten Jahre eine lebhafte Szene, ein dynamisches Ökosystem junger Unternehmen gebildet, die als Startup antreten, der Wirtschaft neue Impulse zu verleihen. Vor allem die Startups aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) verleihen der Ökonomie neuen Schwung. 
In Deutschland hat sich Berlin als wichtigster Standort für Startups entwickelt, wofür neben der lebhaften kreativen Szene und den vergleichsweise günstigen Lebenshaltungskosten auch der große Anteil ausländischer Investitionen in der Bundeshauptstadt verantwortlich ist. 

Neben Berlin haben sich in Deutschland weitere wichtige Startup-Ökosysteme gebildet, wie in München, Hamburg und Köln, wie die Studie Venture Capital für IKT-Startups  in Nordrhein-Westfalen (NRW) - Zahlen, Fakten, Bedeutung zeigt. 

Köln verfügt in NRW über die beste Mischung aus kreativer Szene, Investoren und aufstrebenden Talenten. Weitere wichtige ITK-Startup-Hochburgen in NRW sind Bonn, Düsseldorf, Aachen, Dortmund, Neuss, Mettingen, Münster, Bochum und Mühlheim. Als einziger Standort aus der Reihe überrascht, mich jedenfalls, Mettingen. 
Verglichen mit den westfälischen Standorten, vielleicht mit Ausnahme von Dortmund, spielen die rheinischen in einer anderen, höheren Liga. Das Verhältnis, was die Verteilung der Anzahl von Investoren und ITK-Startups betrifft,  ist in etwa 1 : 5. 
Neben Dortmund und Bochum haben in Westfalen auch Münster und Paderborn als Standorte von ITK-Startups Gewicht. 

Interessant ist auch, dass die direkte räumliche Nähe zwischen Investor und Startup in NRW eine große Rolle spielt. Mehr als zwei Drittel der VC-Deals in NRW finden in einem Umkreis von 50 km statt.

Auch wenn die Zahlen die Schlussfolgerung nahe legen könnten, braucht sich Westfalen als ITK-Standort nicht zu verstecken. Dortmund, Paderborn und inzwischen auch Münster zählen zu den führenden Software- und IT-Standorten in Deutschland. Jedoch mangelt es den Städten einer den anderen Zentren wie Berlin, Hamburg, München und Köln vergleichbaren Anziehungskraft bzw. an einer ausreichenden Zahl von Investoren. An einem Mangel an Talenten kann es nicht liegen. 

Neben Dortmund hätte Münster als Standort großer Versicherungen wie der Provinzial und LVM wie auch der Finanz Informatik und GAD eigentlich gute Voraussetzungen, um sich gegenüber den anderen Regionen im Bereich der Financial Technologies (FinTech) zu profilieren. Die auf Banken spezialisierte Unternehmensberatung zeb könnte ein Inkubator-Programm für FinTech-Startups auflegen.

In Paderborn, wie überhaupt in Ostwestfalen-Lippe, dagegen scheint sich die Entwicklung in Richtung Embedded Software/Industrial-IT und Robotik zu vollziehen. Auf der letzten CeBIT konnte man Claas und sein Modell des Farming 4.0 anschauen. Die Embedded Software wird an Bedeutung für die Softwareentwicklung noch deutlich gewinnen. Insofern sieht es in Sachen IKT in Westfalen dann doch wieder ganz gut aus.

Weitere Informationen:

Softwareindustrie in Westfalen

Geschichte der Datenverarbeitung und Informatik in Westfalen - ein kurzer Überblick

Westfälische Informatiker

Klemmen-Valley Ostwestfalen-Lippe

Startup-Wegweiser NRW - Gesonderter Blick auf Westfalen

Samstag, 15. März 2014

Unser Land - Ostmünsterland (Rainer A. Krewerth)

Von Ralf Keuper

Der unvergessene Rainer A. Krewerth setzte seiner Heimat mit dem Buch Unser Land - Ostmünsterland ein literarisches Denkmal. So weit ich weiss, handelt es sich dabei um die erste Publikation, die sich explizit mit der Region beschäftigt, die in weiten Teilen mit dem Altkreis Warendorf identisch ist, zu dem die heute zum Kreis Gütersloh zählende Stadt Harsewinkel mit ihren Ortsteilen Greffen und Marienfeld gehörte. Je nach Auslegung, können auch Clarholz und Lette noch dazu gerechnet werden. Großen Raum nimmt die Schilderung der bewegten Geschichte der Ems ein, die nach wie vor prägend für diesen Landstrich ist. Fehlen dürfen auch nicht die zahlreichen Burgen und Wasserschlösser ebenso wie die Stiftskirche Freckenhorst. 

Krewerth findet für die Landschaft einfühlsame Worte, die ihren Charakter, ihr Wesen - wie ich als jemand, der in dieser Gegend aufgewachsen ist, bestätigen kann - gut treffen:
Das kleine Ostmünsterland ist Teil der Münsterschen Bucht, der Westfälischen Bucht, der Westfälischen Tiefebene, der Norddeutschen Tiefebene, eingebunden also in einen umfassenderen Raum, gewissermaßen Puppe in der Puppe. Alle Aufgeregtheiten sind ihm fern, alles Schroffe fehlt, Sensationen finden nur in der Stille statt. Die Ems noch klein, Bever und Hessel gar bald in ihr aufgegangen, keine Berge, nicht einmal Höhenrücken wie in den Beckumer oder den Baumbergen, kein nennenswerter See, keine geologischen Absonderlichkeiten wie etwa kilometerlange Tropfsteinhöhlen - ja, aber was dann?
Ein Ländchen, sehr zurückgenommener Bescheidenheit wie sein Fluss, die Ems. Ein Ländchen, so würde es Hermann Löns gesagt haben, >philisterhafter Durchschnittlichkeit< mit überdurchschnittlichem Regenfall. Ein Ländchen schließlich, das sich nicht aufdrängt, sondern mit vordergründigen Reizen geizt, eine bäuerlich-sittsame Schöne mit roten Bäckchen und rissiger Haut, gegerbt von der harten Arbeit in Wind und Wetter. 
Kurzum: Eine stille, unspektakuläre Schönheit. 

Freitag, 14. März 2014

Marktprivileg Ottos I. für das Kloster Corvey, 946

Bei dem Marktprivileg, das Otto I. im Jahr 946 dem Kloster Corvey für den Markt in Meppen (Emsland) verlieh, handelt es sich um das früheste urkundlich erhaltene in Deutschland. Hier der Wortlaut:
In Namen der heiligen und ungeteilten Dreifaltigkeit. Otto, durch die Hilfe von Gottes Gnadengüte König. Nicht entgehen möge es der Aufmerksamkeit aller Unserer Getreuen, der gegenwärtigen wie der zukünftigen: Auf Fürsprache Unseres geliebten Bruders Brun und des hochehrwürdigen Abts Bovo haben Wir dem Kloster der heiligen Martyrer Stephanus und Veit namens Corvey den Gerichtsbann über die beiden Dörfer namens Meppen, am Fluss der Ems und der Hase gelegen, im Gau Agradingen in der Grafschaft des Grafen Düring, mit Münze und Zoll nach ewigem Recht zu eigen verliehen.
Wir haben daher auch befohlen, diese Verfügung aufzuzeichnen, wodurch Wir wollen uns fest befehlen, dass kein öffentlicher Richter an den vorgenannten Orten künftig irgendwelche Gewalt ausübt, es sei denn der rechtmäßige Vogt des genannten Abtes; einen öffentlichen Markt aber sollen sie an Stellen errichten, wo es dem Abt gefällt, und ganz festen Frieden sollen sie bei Hin- und Rückreise sowie beim dort Wohnen haben, und zwar in derselben Weise, wie es von Unseren Vorgängern, den Königen, schon früher den anderen öffentlichen Marktorten verliehen war.
Quelle: Monumenta Germaniae Historica, DO I 777 Dt. Übers. in L. Weinrich (Hg.) Quellen zur deutschen Verfassungs-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte bis 1250, Darmstadt 1977, S. 30.-31.  

Samstag, 8. März 2014

"Ostwestfalen. Bilder einer Landschaft" von Günter Gerke und Michael Prasuhn

Von Ralf Keuper

Von allen Büchern, die ich über Ostwestfalen gelesen habe, ist mir Ostwestfalen. Bilder einer Landschaft noch immer das Liebste. Schon das Vorwort gibt einen Vorgeschmack auf das, was den Leser auf den nächsten knapp 150 Seiten erwartet:
Bilder einer Landschaft - das sind Impressionen, wie sie jeder einzelne hat, und sie können sich sehr wohl von denen der anderen unterscheiden. Vielleicht müssen wir erst wieder lernen, dass die letzten Paradiese dieser Erde nicht auf den Bahamas oder in Tunesien liegen, sondern in unserer unmittelbaren Nähe. Die Landschaft, in der wir leben, neu zu sehen und hinter die Dinge zu schauen, ist es das nicht, womit wir uns bescheiden sollten, wenn wird das Glück finden wollen? Komm es nicht darauf an, dies alles neu zu entdecken - diesen Himmel und diese Erde, diese Menschen und das, was sie schufen?
Und vielleicht wird uns dann, wenn wir diese Landschaft durch unsere Augen zu unserem ureigensten Besitz gemacht haben, auch bewusst, wie sehr wir diese Erde, die uns anvertraut wurde, schützen müssen.  

Westfälische Philologen und Literaturwissenschaftler

Von Ralf Keuper

Die Philologie geht im allgemeinen Trubel des modernen Wissenschaftsbetriebs häufig unter. Die Vertreter dieser Disziplin arbeiten eher im Hintergrund. Auf die - langfristige, indirekte - Wirkung ihrer Arbeit hat dies jedoch keinen negativen Einfluss. 

Mit einer  beeindruckenden Liste Klassischer Philologen kann die Westfälische Wilhelms-Universität Münster aufwarten. 

An der Universität Bielefeld lehrte für einige Jahre einer der bekanntesten deutschen Sprachwissenschaftler der letzten Jahrzehnte, Harald Weinrich, der meines Wissens in Münster wohnt. Ebenfalls an der Universität Bielefeld wirkte Karl-Heinz Bohrer

Hartmut Steinecke rief an der Universität Paderborn die Poetik-Vorlesungen ins Leben, die nach denen der Uni Frankfurt die renommiertesten in Deutschland sind. Die wohl bekannteste Gast-Dozentin war bzw. ist die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, die inzwischen mit der Ehrendoktorwürde der Universität ausgezeichnet wurde. 

Als Forscher ebenso angesagt wie als Kommentator führender überregionaler Tageszeitungen ist Manfred Schneider, der an der Ruhr-Universität Bochum lehrt. An der Ruhr-Universität Bochum lehrte der ungewöhnlichste und wohl auch umstrittenste Literatur- und Medienwissenschaftler der letzten Jahrzehnte, Friedrich Kittler.  

Salomon Lefmann war im 19. Jahrhundert außerordentlicher Professor für Sanskrit an der Universität Heidelberg. Seit 2001 lehrt Wilhelm Blümer Latinistik an der Universität Mainz. Ein angesehener Klassischer Philologe und Epigraphiker war Werner Peek. In Bielefeld verbrachte der Gräzist Hans-Joachim Newiger seinen Ruhestand. 

Nicht nur als Teilnehmer der Tagungen der legendären Forschergruppe Poetik und Hermeneutik machte sich der Alt-Philologe Manfred Fuhrmann einen Namen.

Wenngleich er nicht exakt der Kategorisierung Philologe oder Literaturwissenschaftler entspricht, kann bzw. darf man m.E. Hans Wollschläger im weiteren Sinne hinzuzählen. 

Winfried Pielow wurde 2012 mit dem Kulturpreis des Kreises Steinfurt ausgezeichnet. Nach Ansicht der Jury ist Pielow einer der bedeutendsten und interessantesten Erzähler Westfalens.

Weitere Informationen:

Richard Schulz

Joachim Küpper

Friedrich Sieburg

Hermann Wallmann

Jürgen P. Wallmann

Karl Otto Conrady

Max Rubensohn

Friedrich August Wilhelm Spohn

Hans von Geisau

Dienstag, 4. März 2014

Liebeserklärungen an das Münsterland

Im Februar fragte das Münsterland Portal auf Facebook seine User, was ihnen am Münsterland besonders gut gefällt. Die Resonanz war überwältigend. Aus der Vielzahl der Meldungen wählte das Münsterland Portal die schönsten aus und veröffentlichte sie auf der Homepage

Lesenswert und für alle Münsterländer, ob dort geboren, wohnhaft oder sonst mit der Region verbunden, eine Pflichtlektüre :-)

Nachtrag:

Aus mir unerklärlichen Gründen, steht der Beitrag im Münsterland Portal nicht mehr zur Verfügung. 

So wird das nichts mit der Werbung für die Region. Das können Süd- und Ostwestfalen besser.

Wenigstens gibt es ein Buch zum Thema: 

Samstag, 1. März 2014

Sozialforschungsstelle an der Universität Münster in Dortmund

Von Ralf Keuper

Die Sozialforschungsstelle an der Universität Münster in Dortmund genießt in den Geistes- und Sozialwissenschaften einen fast schon legendären Ruf. 
Das liegt zum einen an der illustren Schar ehemaliger Mitarbeiter und Forscher, deren bekanntester Vertreter wohl Niklas Luhmann ist, der hier seine wissenschaftliche Karriere begann, zum anderen an der Fachbibliothek, die als die größte ihrer Zeit galt und später in den Bibliotheksbestand der neugegründeten Universität Bielefeld überging. 
Zunächst auf die Industriesoziologie beschränkt, konnte die Sozialforschungsstelle unter Helmut Schelsky ihr Spektrum auf andere Felder der Soziologie ausdehnen. 

Das Erbe wird heute von der Nachfolgeinstitution, der Sozialforschungsstelle Dortmund, fortgeführt.