Sonntag, 5. Januar 2014

Westfalen. Landschaftliche Ordnung und Bindung eines Landes (Wilhelm Müller-Wille)

Von Ralf Keuper

Das Buch Westfalen. Landschaftliche Ordnung und Bindung eines Landes von Wilhelm Müller-Wille ist inzwischen ein Standardwerk. Wenngleich einige der Formulierungen und Begriffe aus heutiger Sicht ein wenig antiquiert wirken, ist die Essenz des Werkes, nach menschlichem Ermessen, nahezu zeitlos. 

Über die Individualität  des Landes Westfalen:
Im Grunde genommen kann man die Individualität des Landes Westfalen einzig und allein ableiten aus seiner Lage im küsten- und stromfernen gebirgigen Binnenwinkel des Nordsee-Sektors am getrappten Nordwesthang des mitteleuropäischen Gebirgsdaches. 
Westfalen als anthropogeografischer Raum:
Das Land Westfalen als anthropogeografischer Raum ist somit nur als ein bestimmtes Geflecht von Kulturlandschaften zu verstehen. Dieses ist natürlich nicht für alle Zeiten festgelegt; es ist - wie alles Menschliche - historisch wandelbar. Inhalt, Form, Beziehung und Umfang eines Landes müssen daher jeweils neu bestimmt und gedeutet werden; dabei sind vor allem jene kulturlandschaftlichen Elemente ausfindig zu machen, die die einzelnen Landschaften verknüpfen und das jeweilige Beziehungsgeflecht  tragen. Schließlich gewinnt man durch das Studium der Kulturlandschaft eine konkretere Vorstellung vom Menschen selbst. .. Dem Einzelnen oft unbewusst, prägt sie den Bewohner und macht ihn zum >Kind seiner Heimat<. Wer also den Menschen in Westfalen verstehen will, muss seine Kulturlandschaften kennen: nur von ihnen und mit ihnen sind die Bewohner in ihrer Eigenart zu begreifen.  

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