Donnerstag, 31. Januar 2013

Westfälische Techniker, Ingenieure und Erfinder

Von Ralf Keuper

Franz Anton Egells aus Rheine arbeitete sich im 19. Jahrhundert in Berlin zu einem der Pioniere des deutschen Maschinenbaus empor. Sein mit Abstand prominentester und erfolgreichster Mitarbeiter war der Eisenbahnpionier August Borsig. Ebenfalls zu den Pionieren des deutschen Maschinenbaus zählen darf sich Bernhard Schäffer, auf den das Plattenfeder-Manometer zurückgeht. Ein herausragender Chemiker und Glastechniker war der Gründer der SCHOTT-Glaswerke, Otto Schott aus Bottrop. Friedrich Harkort, "Vater des Ruhrgebiets", gilt als Pionier technischer und sozialer Leistungen. Sein Bruder Gustav ist einer der Eisenbahnpioniere Deutschlands. Franz Anton Lohage hat das Puddelverfahren entscheidend verbessert. Als Erfinder des optisch-mechanischen Telegraphen entdeckte Christoph Ludwig Hoffmann die Optische Telegraphie neu.

Durch seine "Königsidee", die Entwicklung und Vermarktung von Backpulver in kleinen, handlichen Mengen, legte August Oetker den Grundstein für den heutigen Weltkonzern. Einen ähnlichen Einfall hatte Karl Ostmann, als er beschloss, "Gewürze und getrocknete Kräuter in verbrauchergerecht portionierten und preisgünstigen Beutelpackungen anzubieten". (Ostmann-Homepage) Als Vater des europäischen Mähdreschers, begnadeter Techniker und erfolgreicher Unternehmer hat August Claas Wirtschafts- und Technikgeschichte geschrieben. Sein ältester Sohn Helmut, Inhaber von über 100 Patenten und "Vater" des Feldhäckslers, steht seinem Vater in nichts nach. Über mangelnden Einfallsreichtum konnte sich auch Carl Miele, Gründer von Miele & Cie., nicht beklagen, wie die von ihm entworfenen Milchzentrifugen und Buttermaschinen, sowie die Erfindung der Feuerverzinkung- und verzinnung nach dem Schleuderverfahren belegen. Melitta Bentz erfand noch in Dresden den Kaffeefilter bevor sie einige Jahre später ihr Unternehmen nach Minden verlagerte. Der Erfinder des Aktenordners und weiterer Büromittel war Friedrich Soennecken, der Pionier des Schreibens und der Schreibgeräte. Die Klemmmappe wurde dagegen von Durable aus Iserlohn erfunden. Theodor Fleitmann aus Schwerte war nicht nur Pionier der Nickelindustrie, sondern auch der Erfinder des Plattierens. Anton Schlüter wurde als Hersteller von Traktoren bekannt. 

Im Jahr 1888 lernte Wilhelm Lorenz aus Geseke den Autokonstrukteur Gottlieb Daimler kennen. Nach dem Verkauf seiner Maschinenfabrik, wurde er nach Daimler der größte Aktionär der Daimler-Motoren-Gesellschaft. 
"An Silvester 1909 bestand August Euler als erster deutscher Flieger die Pilotenscheinprüfung", weshalb er seitdem auch als Deutschlands Flugpionier gilt. Wäre Josef Suwelack nicht im 1. Weltkrieg als Kampfflieger gefallen, hätte er die Luftfahrt noch mehr prägen können, als er es auch so schon getan hat. Beflügelt hat die Luftfahrtindustrie keiner so sehr wie William Boeing, dessen Vater Wilhelm Böing im 19. Jahrhundert nach Amerika auswanderte. Ein weiterer Pionier der Lufttfahrt in Deutschland war Alfred Colsman während seiner Zeit als Direktor der Zeppelin-Werke in Friedrichshafen. Wie Böing suchten und fanden die Gebrüder Düsenberg aus Lemgo in Amerika ihr Glück. Im Jahr 1913 gründeten sie in St. Paul (Minnesota) die Duesenberg Motor Company, deren Autos in vielen Punkten ihrer Zeit weit voraus waren. Als Ingenieur für Filmtontechnik war Joseph Massolle am 17. September 1922 an der ersten Filmvorführung im Lichttonverfahren beteiligt. Walter Weber war ein Pionier der elektromagnetischen Tonaufzeichnung. Hülsta aus Stadtlohn gilt als Erfinder der Schrankwand. "Pionier der Holz-Serienfertigung" wird der Herforder Gustav Kopka genannt. Die Rauhfasertapete geht auf  Hugo Erfurt zurück. Rudolf Rempel aus Gelsenkirchen verdanken wir das Einkochverfahren. Der Stahlformguss wurde im Jahr 1847 von dem gebürtigen Schwaben Jacob Mayer in Bochum erfunden. Eine bemerkenswerte "Karriere" legte im 19. Jahrhundert das technische Genie und der Erbauer der ersten Dampfmaschine im Ruhrgebiet, Franz Dinnendahl, hin. 

Im Jahr 1974 schlug sehr zum Verdruss kalorienbewusster Zeitgenossen und sehr zur Freude der Ratgeberliteratur für schnelle Gewichtsreduktion die Geburtsstunde der tiefgekühlten Sahnetorte, als deren Väter sich Josef Wiese und Aloys Coppenrath bezeichnen dürfen. Die Fetthärtung verdanken wir Wilhelm Normann. Die Federklemmtechnik erblickte 1951 in Minden bei der Firma Wago das Licht der Welt. Paul Schmidt aus Hagen entwickelte 1928 eine neue Antriebstechnik, die seitdem als pulsierende Verbrennung bekannt ist.  "Eine der bekanntesten heutigen Anwendungen ist neben der Verwendung als Heizungsbrenner der Einsatz als Antrieb der Cruise missile" (Wikipedia). Der Name von Hugo Güldner ist eng mit Pionierleistungen im Dieselmotorenbau sowie mit den Güldner-Ackeschleppern verbunden.  Wäre es wohl nicht nur nach ihrem Erfinder, Josef Heuer, gegangen, würde heute die Heuer-Ampel den Verkehr auf Deutschlands Straßen regeln. Der Computerpionier Heinz Nixdorf verhalf der dezentralen Datenverarbeitung und mittleren Datentechnik in Deutschland zum Durchbruch. Seiner Sammelleidenschaft verdankt Paderborn das weltgrößte Computermuseum. Friedrich Hillebrand aus Sichtigvor (Warstein) ist einer der Väter eines Kommunikationsmediums, auf das nur noch wenige verzichten können oder wollen - der SMS. In seinen Erfinderstolz mischen sich aber auch kritische Untertöne. 

Weitere:

Hugo Bremer

Gutstav Selve

Oskar Eduard Hueck

Nikolaus Dürkopp

Bodo von Borries

Friedrich Bokelmann

Robert Ochsenfeld

Johann Ignaz Fuchs

Josef F. Bille

Fritz G. Waack

Karl Otto

Georg Wilhelm Henning

Otto Flachsbart

Josef Cosack

Hermann Vering

Carl Hubert Vering

Carl Woermann

Lothar Lammers

Johann Heinrich Jung

Johann Heinrich Kannegießer

Franz Anton Lentze

Friedrich von Schenck (Industrieller)

Detmar Basse

Aloys Heuvers

Stephan Ludwig Jacobi

Fritz Honsel

Johann Theodor Möller

Gustav Delius 

Carl Albrecht Delius

Carl Bechem

Moritz Klönne

Carl Brandt

Friedrich Seele

Christoph Diedrich Delius

Erich Heinzig

Theodor Müllensiefen

Johann Caspar Rumpe

Louisa Catharina Harkort

Johann-Dietrich Theile

Anton Knubel

Johann Hermann Stindt

Carl Ludwig Berger

Friedrich Hofmann 

Joseph Wattendorff

Ferdinand Kaselowsky

Tönnies Wellensiek

Abraham Nottebohm

Alfred Trappen

Friedrich Springorum

Anton Ludwig Ulrich

Ludwig Schupmann

Aluminium - eine westfälische Spezialität

Von Ralf Keuper

Der Leichtmetallbau ist ein vergleichsweiser junger Wirtschaftszweig. Erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts kann der wohl bekannteste Vertreter aus der Gruppe der Leichtmetalle, das Aluminium, im großen Stil hergestellt werden. Seither hält sein Siegeszug an. In Zeiten steigender Energiepreise hat die Verwendung von Leichtmetallen, insbesondere in der  Automobil- und Luftfahrtindustrie, besonderes "Gewicht". Allerdings ist die Herstellung von Aluminium  selber sehr energieintensiv. 
Bei Wikipedia heisst es über Leichtmetalle: 
Als Leichtmetalle werden allgemein Metalle und Legierungen bezeichnet, deren Dichte unter 5 g/cm³ liegt. Alle anderen Metalle sind Schwermetalle, von denen Europium mit einer Dichte von 5,244 g/cm³ das leichteste ist. Im technischen Bereich sind vor allem Aluminium, Magnesium, Titan sowie in geringem Umfang Beryllium und Lithium im Gebrauch - sowie weitere Elemente als Legierungselemente in geringer Konzentration. Die Verarbeitung metallischer Werkstoffe erfolgt bei Leichtmetallen grundsätzlich wie bei anderen Metallen auch.
Ein Pionier des Leichtmettallbaus, nicht nur Westfalens, war Carl Berg aus Lüdenscheid, der vor allem als Luftschiffbauer überregional bekannt wurde. Sein Unternehmen war ein Vorreiter der Alumuniumindustrie.

Das heutige Südwestfalen kann mit Fug und Recht als eine der wichtigsten Regionen des Leichtmetallbaus in Deutschland bezeichnet werden. Neben Carl Berg stechen die Otto Fuchs KG und Borbet hervor. 
Beide Unternehmen sind vielen Autoliebhabern wegen ihrer Leichtmetallfelgen ein Begriff, wobei Borbet in diesem Segment Marktführer in Deutschland ist. 
Die Otto Fuchs KG ist durch ihr Tochterunternehmen Schüco in Bielefeld und ihre Aktivitäten in den Bereichen Luft- und Raumfahrt sowie Bau fast schon ein Komplettanbieter für Leichtmetall.

Die ehemalige Honsel AG aus Meschede, die heute als Martinrea Honsel Germany GmbH firmiert, ist vor allem als Serienlieferant von Leichtmetallkomponenten für die Automobilindustrie bekannt. 

Das Kettler-Alu-Rad, das von der Heinz Kettler GmbH & Co. KG aus Ense-Parsit im Kreis Soest hergestellt wird und als erfolgreichstes Fahrradmodell seiner Kategorie in Deutschland gilt, hat für viele Fahrradfahrer Kultstatus. 
Ebenfalls in Ense fertigt Brökelmann Aluminiumprodukte in unterschiedlichen Varianten. Abnehmer sind neben der Automobil- und Luftfahrtindustrie auch Endkunden von High-Tech Türen aus Aluminium.  

Rolladen und Garagentore aus Aluminium führt Alulux aus Verl im Angebot. 
In Verl produziert und residiert auch die heroal – Johann Henkenjohann GmbH & Co.KG, die  europaweit zu den führenden Anbietern von Aluminium–Profilsystemen für Rollladen, Rolltore, Fenster, Türen und Fassaden zählt.
Als erstes Unternehmen in Europa stellte Graute aus Verl-Kaunitz Aluminium Haustürfüllungen mit einem glatten Aluminiumpaneel und mit glaseinfassender Aluminium Ziersprosse her. 

Die Avanco-Gruppe aus Herford hat sich dagegen auf den High-End-Leichtbau aus Kohlefaser-Verbundwerkstoffen und Aluminium spezialisiert. Bekanntestes Tochterunternehmen ist Inometa.

Eines der ältesten Unternehmen Deutschlands, Achenbach-Buschhütten aus Kreuztal im Kreis Siegen, ist laut eigener Aussage Weltmarktführer als Spezialist für Aluminium,- Feinband- und Folienwalzwerke und für die Walzwerkautomatisierung.

Nielsen-Design aus Rheda Wiedenbrück wiederum ist Weltmarktführer für Rahmenprofile aus Aluminium.

Die Alanod Aluminium-Veredlung GmbH & Co. KG aus Ennepetal, Spezialist in der Oberflächen- und Aluminiumveredelung, wuchs binnen weniger Jahre  zum führenden europäischen Hersteller von anodisiertem Aluminiumband bis zu einer Breite von 1250 mm.

Mittwoch, 30. Januar 2013

Westfälische Filmregisseure

Von Ralf Keuper

Einer der ersten Filmregisseure überhaupt und bis heute einer der Väter dieser, wenn man so will, Kunstform, ist der in Bielefeld geborene Friedrich Murnau.
Als einer der wichtigsten Filmregisseure der deutschen Nachkriegszeit gilt der in Bielefeld aufgewachsene und inzwischen verstorbene Werner Schröter. Ein bedeutender Kunsthistoriker und Cineast war Victor Schamoni. Spätestens mit seinen Filmen Ein Sommermärchen und Das Wunder von Bern ist Sönke Wortmann vielen ein Begriff. Abgesehen davon führte er, neben weiteren, bei den Filmen Kleine Haie, Der bewegte Mann und Die Päpstin Regie. 

Hermine Huntgeburth hat sich durch ihre Dokumentarfilme und Literaturverfilmungen wie Effi Briest einen Namen gemacht. Für seine Dokumentarfilme mehrfach ausgezeichnet wurde Heinrich Breloer.  Sein letztes großes Projekt war die Verfilmung des Romans Buddenbrooks von Thomas Mann. Dieter Pfaff, in Dortmund geboren, war als Schauspieler und Regisseur eine feste Größe im deutschen Fernsehen. Ohne Paul Verhoeven, Vater des Filmregisseurs Michael Verhoeven, sowie Schwiegervater von Mario Adorf und Senta Berger wäre die Liste unvollständig. 

Besonders vielseitig war Ella Bergmann-Michel, die u.a. Dokumentarfilme gedreht hat. 

Weitere:

Herbert Ballmann

Lutz Hachmeister

Gustav Althoff

Winfried Oelsner

Hansjörg Thurn

Jan-Ole Gerster

Imo Moszkowicz

Thilo Graf Rothkirch

Franz-Josef Spieker

Hans Rodenberg

Adolf Winkelmann (Regisseur)

Johannes F. Sievert

TU-Student gründet Produktionsfirma in Seattle

Kleinteile ganz groß in Westfalen - Türklinken, Heftzwecken, Schrauben, Federklemmen u.a.

Von Ralf Keuper

Bei aller nachvollziehbaren Faszination für große Autos, Maschinen und andere Güter, die häufig als Statussymbol dienen, kommen die vielen kleinen Dinge, die für unseren täglichen Gebrauch mindestens ebenso wichtig sind, zu kurz.

Nun hat Westfalen in beiden Kategorien genug zu bieten - vom Claas Lexion bis zur Heftzwecke. Das Hauptaugenmerk dieses Beitrags liegt, wie der Titel schon andeutet,  auf den Kleinteilen.

Bestes Beispiel für ein unauffälliges Produkt, das wir aus unserem täglichen Leben kaum noch wegdenken können, ist der Knopf. Wer sich einmal auf den Seiten von Union Knopf umschaut, ist erstaunt, was für eine Bandbreite selbst dieser Alltagsgegenstand bietet.
Zur selben Gruppe gehören Schrauben, die auf eine lange Geschichte, die bis zu den alten Griechen reicht, zurückblicken könnenIn Westfalen wird dieses "Erbe" von der ältesten Schraubenfabrik Deutschlands, Altenloh, Brinck & Co, weltbekannt durch ihre Spax-Schrauben, und Dresselhaus fortgeführt. Wo Schrauben sind, da sind auch Muttern nicht weit, auf die sich die Lippische Eisendindustrie spezialisiert hat.

In letzter Zeit verstärkt ins Rampenlicht geraten ist die Federklemme, deren Geburtsstunde 1951 in Minden bei der Firma Wago schlug.

Ein weiteres Beispiel für westfälischen Erfindergeist ist der Bruns Gerätehalter aus Harsewinkel-Greffen. 

Die Türklinke zum Designobjekt erhoben, hat die Franz Schneider Brakel GmbH & Co. KG, kurz FSB.

Bisher können Fussballspiele und Großdemonstrationen nicht auf sie verzichten: Die Trillerpfeife. Dass hier kein Mangel entsteht, dafür sorgt Lübold von Crone aus dem Sauerland. 

Zwar werden in Westfalen nur noch in Bochum echte Autos hergestellt, dafür aber ums so mehr in Miniaturform, für die Sieper Lüdenscheid (Siku) wie kaum ein anderes Unternehmen in Deutschland steht. Erst vor wenigen Monaten hat das Unternehmen ein Mekka für Modellautos in Lüdenscheid eröffnet.

Weltweit führende Adresse im Bereich hochqualitativer Kondensatoren ist WIMA, das in Unna produziert. Das Unternehmen, das heute in Mannheim residiert, wurde 1948 in Unna gegründet.

Weltmarktführer für Heft- bzw. Reißzwecken ist die Gottschalk GmbH & Co. KG (Gowi) aus Arnsberg.

Die Mikrosystemtechnik, die in Dortmund einen ihrer Schwerpunkte in Deutschland hat, "beschäftigt sich mit der Entwicklung und Herstellung von Mikrosystemen. Dabei werden beispielsweise mikromechanische oder mikrooptische Bauelemente mit mikroelektronischen Schaltungen in einem komplexen System kombiniert und integriert".

Dienstag, 29. Januar 2013

Westfälische Naturforscher und Wissenschaftler

Von Ralf Keuper

Forscherdrang, Wissensdurst und häufig wirtschaftliche Motive, (sofern man das überhaupt voneinander trennen kann bzw. muss),  trieben in Westfalen, unruhige, heute würde man sagen, kreative Geister dazu, räumliche und fachliche Grenzen zu überwinden. So Otto Tachenius, Entdecker der Fettsäure, auch "Der erste Chemiker" genannt. Johannes Wesling legte an der Universität von Padua den Grundstein für die vergleichende Anatomie und Embryologie. Georg Hamann, "Magus des Nordens", fand in Münster seine letzte Ruhestätte. Auf Friedrich Bährens geht die "Bährens´sche Boussole" zurück, "ein Instrument zur Verwendung in Astronomie und Landvermessung" (Wikipedia). Aus Paderborn stammt der "Pionier der Schmerztherapie" und Entdecker des Morphins, Friedrich Sertürner. Wilhelm Normann gilt als der Erfinder der Fetthärtung und der industriellen Margarineherstellung. Hermann Ulphilas nahm im 18. Jahrhundert, in niederländischen Diensten stehend, an ausgedehnten Seereisen nach den Antillen, Guinea, Südamerika und Batavia teil. Abraham Jacobi begründete in den USA die Kinderheilkunde. Im Bereich der Zoologie stechen Hermann Landois und Bernard Altum hervor. Unter den Botanikern sind vor allem Ignaz Urban, Konrad Beckhaus, "Der Botaniker Westfalens" und Wilhelm Hillebrand zu nennen. Weitere berühmte Botaniker sind Theodor DorstenCarl-August Weihe, Ludwig Vollrath Jüngst, Clemens Maria Franz von Bönninghausen und Franz Karl Mertens. Zusammen mit Rudolf Clausius, James Clerk Maxwell und Ludwig Boltzmann zählt August Karl Krönig  zu den Pionieren der statistischen Mechanik und Thermodynamik. 

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führt die Professionalisierung in der Wissenschaft dazu, dass die Fachgrenzen immer enger gezogen oder überhaupt erst begründet werden. Der Universalgelehrte oder Autodidakt wurde dadurch immer mehr an den Rand gedrängt. 

In der Welt der modernen Wissenschaft zu internationalem Ruhm gelangten der Nobelpreisträger für Chemie, Manfred Eigen, nebenbei auch ein begnadeter Musiker, der Nobelpreisträger für Physik, Georg Bednorz, sowie Harald zur Hausen,  Nobelpreisträger in der Kategorie Medizin. Die Erfindung der Biorock-Technologie geht auf Wolf Hilbertz zurück. Kord Baeumer machte die Idee langfristig stabiler Ackerbausysteme salonfähig. 

Ein weltweit anerkannter Physiker war Gottfried Möllenstedt
Er betreute als Doktorvater ein von Claus Jönsson im Jahr 1959 durchgeführtes Experiment zur Interferenz von Elektronen am freitragenden Doppelspalt. Dieses wurde 2002 in einer Umfrage von „Physics World“, herausgegeben von der Englischen Physikalischen Gesellschaft, zum schönsten physikalischen Experiment aller Zeiten gewählt (Wikepedia)
Weitere: 

Adolf Winkelmann (Physiker)

Rudolf Schulten

Johann Wilhelm Hittorf

Wolfgang Demtröder

Montag, 28. Januar 2013

Westfälische Forschungsreisende

Von Ralf Keuper

Immer wieder zieht es Westfalen in die weite Welt. So war es auch vor mehr als dreihundert Jahren als Engelbert Kaempfer sich auf seine Abenteuerreise durch Ostasien begab, die ihn sogar an den kaiserlichen Hof Japans führte - für einen Ausländer der damaligen Zeit ein äußerst seltenes Privileg. Nicht minder wagemutig waren der legendäre Franz Boas, Begründer der modernen Anthropologie, Gerhard Friedrich Müller, Begründer der sibirischen Geschichtsschreibung und Reinhard Maack, Entdecker der White Lady

Vielleicht keine Forschungsreisende im klassischen Sinn, aber gewiss vom selbem Forschergeist und Tatendrang getrieben, der sie weit über die Grenzen Westfalens hinaus führte, sind in dem Zusammenhang Johannes Wesling, Begründer der vergleichenden Anatomie und Embryologie ebenso wie Otto Tachenius, Entdecker der Fettsäure und der erste Chemiker, zu nennen. Weiterhin zählen die Jesuiten und Orientalisten Johannes Löwenklau und Johann Ernst von Hanxleden zu dieser Kategorie. Gewiss kein Forschungsreisender im vorliegenden Sinn, hat sich Johann Moritz Fürst von Nassau-Siegen, auch "Der Brasilianer" genannt, durch seine in Brasilien zusammengetragene ethnografische und naturhistorische Sammlung große Verdienste um die Forschung erworben. Hermann Ulphilas nahm im 18. Jahrhundert, in niederländischen Diensten stehend, an ausgedehnten Seereisen nach den Antillen, Guinea, Südamerika und Batavia teil. Karl Weiken wurde als Polarforscher bekannt. 

Den mit Abstand weitesten Weg auf seiner Forschungsreise hat der Wissenschafts-astronaut Hans-Ulrich Walter zurückgelegt. 

Weitere Forschungsreisende:

Max Raebel

Max Robitzsch

Eduard Friedrich Eversmann

Carl Anton Mense

Weitere Informationen:

Engelbert Kaempfer 1651-1716. Sein Leben und seine Reise

Sonntag, 27. Januar 2013

Westfälische Historiker

Von Ralf Keuper

Die gedankliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und der Gegenwart hat eine lange Tradition. In der westlichen Welt beginnt sie mit Hekataios von Milet, Herodot und Thukydides. Im Vergleich dazu setzt die Geschichtsschreibung in Westfalen, wie überhaupt in Deutschland, recht spät ein.
Den Anfang machte Widukind von Corvey mit seiner Sachsengeschichte. Danach waren es vor  allem Heinrich von Herford, Weltchronist des Mittelalters, Gobelin Person,  Dietrich von Niem und Nikolaus von Siegen, die als Geschichtsschreiber eine überregionale Bedeutung erlangten. Reiner Reineccius machte sich verdient um die Geschichte des Altertums.
Ein bedeutender, in den Niederlanden lehrender Historiker, war Leonard Offerhaus. Gerhard Friedrich Müller wird "Vater der sibirischen Geschichtsschreibung" genannt. Wilhelm Lübke war zu seiner Zeit ein vielzitierter Kunsthistoriker, der  u.a. ein Buch über die westfälische Kunst des Mittelalters veröffentlich hat. Gerhard Kleinsorgen verfasste im 16. Jahrhundert eine 10-teilige Westfälische Kirchengeschichte. Eugen Bormann war ein renommierter Althistoriker, der u.a. bei Theodor Mommsen studiert hat. 
Gustav von Ewers begründete das Fach der Rechtsgeschichte in Russland.  

Mit der westfälischen Geschichte intensiv beschäftigt haben bzw. beschäftigen sich Johann Dietrich von Steinen, Hermann Rothert, Franz DarpeKarl Féaux de Lacroix, Siegfried KessemeierHarm KluetingHeinrich RüthingFriedrich Philippi, Alfred Wesselmann, Heinz Stoob, Wilfried Reininghaus, Ignaz Philipp Rosenmeyer, Josef PelsterFranz Flaskamp und Paul Leidinger

Josef Wiesehöfer ist durch seine Forschungen des Alten Orients international bekannt geworden. 

Wie keine andere hat die Bielefelder Schule die Entwicklung des Fachs in Deutschland während der letzten Jahrzehnte geprägt. Namen wie Reinhart Koselleck und Hans-Ulrich Wehler sprechen für sich. 
Als Nestor der deutschen Frühzeitforschung gilt der in Wanne geborene Rudolf Vierhaus. Experte für die Geschichte des Ruhrgebiets war Klaus Tenfelde, der als Herausgeber  der Reihe Geschichte des deutschen Bergbaus einen Meilenstein gesetzt hat. 

Für ihre Forschungen zur Neueren und Neuesten Geschichte erhielt Ute Frevert u.a. den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis. 
Mit Preisen überhäuft wird inzwischen Barbara-Stollberg-Rilinger, die an der Uni Münster Geschichte der Frühen Neuzeit lehrt.

Zu den führenden Wirtschaftshistorikern Deutschlands zählen Werner PlumpeWerner Abelshauser und Karl-Peter Ellerbrock

Mit seinen Thesen löste Ernst Nolte 1986 den Historikerstreit aus. 

Ein angesehener Alt-Historiker ist der gebürtiger Dortmunder Christian Habicht

Als Kirchenhistoriker hat sich Arnold Angenendt, der bis zu seiner Emeritierung an der Universität Münster lehrte, einen Namen gemacht. 

Weitere Informationen/Historiker:

















Westfälische Kleinkünstler, Comedians und Humoristen

Von Ralf Keuper

Westfalen sagt man, wenn überhaupt, einen trockenen Humor nach. Demnach scheint die humoristische Ader bei uns nicht allzu ausgeprägt zu sein. Ein Eindruck, der durch die große Anzahl bekannter und erfolgreicher Kabarettisten und Comedians wie Hape Kerkeling und Rüdiger Hoffmann  korrigiert wird. Der vielseitige Erwin Grosche wurde gar mit dem Deutschen Kleinkunstpreis geehrt. Mit Preisen wird inzwischen auch Fritz Eckenga überhäuft. Till und Obel treten leider nicht mehr auf, dafür sind aber der gebürtige Bochumer Bastian Pastewka und Ingolf Lück regelmäßig auf den Bildschirmen zu sehen. Über mangelnde Nachfrage kann sich auch Bernd Stelter nicht beklagen ebenso wie Jochen Busse, langjähriges Mitglied der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Den typischen westfälischen Humor vertreten die Bullemänner und Bernd Gieseking. Ludger Stratmann ist dem Fernsehpublikum durch die Sendung "Stratmanns – Jupps Kneipentheater im Pott" bekannt. Atze Schröder stammt nicht aus Essen-Krey, sondern aus Emsdetten. 

Die Aufzählung wäre unvollständig, ohne Jürgen von Manger (Adolf Tegtmeier) und Ingo Oschmann zu erwähnen.  

Der literarisch anspruchsvollste der gegenwärtigen westfälischen Humoristen dürfte Wiglaf Droste sein, der aber über die Bezeichnung Komiker oder gar Comedian alles andere als angetan wäre. 

So etwas wie der heimliche Star unter den Deutschlands Kabarettisten ist Jochen Malmsheimer aus Bochum. Ähnliches gilt für den in letzter Zeit verstärkt im Fernsehen präsenten Thorsten Sträter

In Westfalen, genauer gesagt Bad Salzuflen, wurde 1948 Jürgen von der Lippe geboren. 

Augustin Wibbelt hat dem westfälischen Humor literarisch etabliert. Als Humorist ebenfalls legendär, wenngleich auf seine ganz eigene Art, war Hermann Landois aus Münster. Für ihre satirischen Schriften berühmt und zuweilen auch gefürchtet waren Justus Möser und Carl Arnold Kortum

Peter Paul Althaus, geboren in Münster, wurde als Schriftsteller, Kabarettist und "Bürgermeister der Traumstadt" ein Münchener, genauer: Schwabinger Urgestein. 

Samstag, 26. Januar 2013

Die Softwareindustrie in Westfalen

Von Ralf Keuper

Die Geschichte der (gewerblichen) Softwareentwicklung in Westfalen beginnt im Jahr 1957 in Dortmund mit der Gründung der Mathematischen Beratungs- und Programmierungsdienst GmbH, kurz mbp, dem ersten Softwarehaus Europas. 

Weiterer Meilenstein war die Einführung des Warenwirtschaftssystems COMET durch die damalige Nixdorf Computer AG im Jahr 1977. Während der (späten) 70er und 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war COMET führend im deutschsprachigen Raum und ist sogar heute noch im Einsatz. Auf seinem Höhepunkt hatte Nixdorf eine der größten Sofwareentwicklungsabteilungen Deutschlands, woraus sich die hohe Anzahl an IT-Unternehmen, die nach dem Niedergang des Unternehmens in Paderborn und Umgebung entstanden sind, erklären lässt. Wincor-Nixdorf als Nachfolgeunternehmen verfügt ebenfalls über eine große Softwareentwicklungsabteilung. 

Inzwischen existiert in Westfalen eine Vielzahl mittelständischer Software-Unternehmen, die in ihrem Segment zu den Marktführern zählen, wie Tobit Software aus Ahaus (Kreis Borken), PROSOZ (Herten/Kreis Recklinghausen), Buhl Data (Neuenkirchen/Kreis Siegen), Diamant Software (Bielefeld), adesso (Dortmund) und Materna (Dotrmund).
In Bochum hat "eines der erfolgreichsten, innovativsten und ältesten Sicherheitssoftware-Unternehmen der Welt", die G DATA AG, ihren Sitz. 
Die itemis AG aus Lünen hat sich die modellbasierte Softwareentwicklung auf die Fahnen geschrieben, wie sie insbesondere im Bereich der Embedded Systems Verwendung finden.

Die GAD in Münster steht mit ihrer Kernbankenlösung bank21 an der Spitze der technologischen Entwicklung. 

Wachsende Bedeutung hat der Bereich der "Embedded Software" , d.h. von Assistenzsystemen im Automobil- und Maschinenbau. Hier sind Unternehmen wie Phoenix Contact aus Blomberg mit KW-Software, Claas mit der Tochterfirma Agrocom, Gildemeister und Miele zu nennen. Zu dieser Gruppe zählt auch dSpace in Paderborn, der Weltmarktführer von Lösungen für die Entwicklung und das Testen mechatronischer Regelsysteme.
Die Bertelsmann-Tochter arvato systems ist u.a. führend bei der Entwicklung von Softwarelösungen für die Logistik. 
Ihre Softwarelösungen haben Orga Systems aus Paderborn zum Technologieführer für die echtzeitbasierte Gebührenabrechnung mobiler Telekommunikationsdienste gemacht. 

In den Zukunftsfeldern Maschinelles Lernen und Data Mining zählt RapidMiner aus Dortmund zu den weltweit führenden Unternehmen.

Hochschulstandorte, an denen die Informatik eine besondere Stellung hat, sind Dortmund und Paderborn. Die Fakultät in Dortmund gehört zu den ersten und größten in Deutschland. Das Heinz-Nixdorf Institut, das C-LAB, das S-LAB und die Zukunftsmeile Fürstenallee haben Paderborn, ebenso wie Dortmund, zu einem der führenden Informatik-Standorte Deutschlands gemacht. Neueste Errungenschaft ist das "GamesLab" Projekt

Im Centrum Industrial IT in Lemgo beschäftigen sich die Wissenschaftler mit IT-basierten Lösungen zur Industrieautomation. Forscher vom Institut für Datensicherheit an der Ruhr-Uni Bochum haben mit dem Verschlüsselungsvefahren "Present" einen internationalen Standard entwickelt. Eine weitere renommierte Einrichtung in Westfalen ist das Fraunhofer-Institut für Software und Systemtechnik (ISS) in Dortmund .

Das weltgrößte Computermuseum, das Heinz-Nixdorf Forum in Paderborn, hat in der Vergangenheit immer wieder mit Ausstellungen zum Thema Softwareentwicklung für Aufsehen gesorgt.

Wie die WestLB-Bauten Firmen- und Architekturgeschichte erzählen

Von Ralf Keuper

Ein ausgesprochen lesenswerter Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 21./22. Januar 2012 setzt die Firmengeschichte der WestLB mit der Architektur ihrer Bauten in Beziehung. 
Erzählt wird dabei u.a. die Entstehungsgeschichte des ersten markanten Baus der WestLB am Aasee in Münster. Ludwig Poullain, der nach wie vor streitbare erste Vorstandsvorsitzende der WestLB war es, der den Architekten Harald Deilmann mit dem Entwurf und der Realisierung des Münsteraner Hauptsitzes beauftragte. Da es sich bei der WestLB um ein neu geschaffenes Institut handelte, sollte in der Architektur der Geist des Aufbruchs zum Ausdruck kommen. Es darf im Nachhinein als Glücksfall gelten, dass mit Poullain und Deilmann zwei Persönlichkeiten zur richtigen Zeit am selben Ort zusammentrafen, die sich sehr gut ergänzten. In Münster wollten sie einen Testfall schaffen, der sich dann im Laufe der Jahrzehnte als architektonischer Meilenstein entpuppte. 
Von Beginn galt die Maxime der Unverwechselbarkeit: Schon die Standortwahl galt als Novum. Beanspruchten bislang Bankhäuser namhafte Innenstadtadressen, wählte die Bank das Gelände des Alten Zoos vor der Münsteraner Altstadt. Zwischen altem Stadtwall und neuem Stausee modellierte hier nun Deilmann geschickt das riesige Raumvolumen zu einer terassierten Bürolandschaft und erzeugte in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekten Günther Grzimek fließende Übergänge zwischen Architektur und Natur in einem neuen öffentlichen Landschaftspark.  Auf Basis eines 8x8 Meter großen Konstruktionsrasters schuf er eine expressiv gestufte Anordnung mit einer raumabschließenden Fassade aus Cor-Ten-Stahlprofilen und goldschimmernden Sonnenschutzfenstern. Zum eigentlichen Merkmal sollten allerdings die weißen Sichtbeton-Bänder werden, die Terrassen und Fluchtwegbalkone umfingen.
Seit ich das Gebäude vor nunmehr fast dreißig Jahren sah, zählt es für mich zu den schönsten aus dieser Zeit.

Nach Münster baute Deilmann noch weitere Niederlassungen im identischen Stil, so etwa in Dortmund und Luxemburg. Das Dortmunder Gebäude wirkt, wenn man mit dem Zug durch die Stadt fährt, am besten. Auf seine Art ebenso imposant wie das Münsteraner Pendant. Es ist sehr erfreulich und zeugt von großer Weitsicht, dass die Stadt Dortmund  das Gebäude bereits unter Denkmalschutz gestellt hat. 

Nach dem kläglichen Niedergang der WestLB ist es die Architektur, die der Nachwelt eine Bank in Erinnerung hält, die geschäftlich keine Zierde der Branche war, wohl aber ästhetisch Maßstäbe gesetzt hat. Manch eine Bank, die von der Bildfläche verschwunden ist, wäre froh, auf diese Weise Bestandteil des kollektiven Gedächtnis geworden zu sein: 
Im Rückblick ergeben die WestLB-Neubauten als wichtiger Beleg der Nachkriegsmoderne in ihrer Gesamtheit eine eindrucksvolle Gebäudefamilie. Bei gleichem Erscheinungsbild zeigen sie ein Panorama unterschiedlicher Strategien: Münster - die Landschaft, Dortmund - der Stadtbaustein, Luxemburg - die Villa, Düsseldorf - der Stadtblock.
Dazu hat es immerhin gereicht ;-) 

Quelle: Wunsch nach Größe, SZ vom 21./22. Januar 2012, Autor: Stefan Rethfeld. 

Freitag, 25. Januar 2013

Farben und Lacke in und aus Westfalen

Von Ralf Keuper

Farben und Lacke begegnen uns im Alltag an vielen Stellen, weshalb die Farben- und Lackindustrie in Deutschland auch ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftszweig ist.

In Westfalen sind gleich mehrere führende Anbieter heimisch. An erster Stelle steht BASF Coatings in Münster-Hiltrup. Ebenfalls in Münster angesiedelt ist Brillux.  Im Gegensatz zu BASF Coatings befindet sich Brillux in Familienhand. Hauptabnehmer der Farben und Lacke beider Unternehmen ist die Automobilindustrie. Daneben ist Brillux stark im Geschäft mit Endverbrauchern vertreten. 

Ein bedeutender Hersteller von Lacken und Beizen für das Holzhandwerk ist das Familienunternehmen Hesse-Lignal in Hamm.
Über eine breite Produktpalette von Lackfarben verfügt Peter-Lacke aus Herford, ebenfalls ein Familienunternehmen. 
Marktführer für Ostereierfarben ist dagegen Brauns-Heitmann aus Warburg - selbstredend in Familienhand. Abgesehen davon ist das Unternehmen noch im Bereich Textilfarben tätig. 

In Bielefeld widmen sich die Malermeister Stenner und Keitel bereits seit 1848 (einer der ältesten Malerbetriebe Deutschlands) den unterschiedlichsten Facetten der Farbwirkungen. Farbe als Designfaktor. 

Ein Sonderfall ist der Blaudruck, der im Münsterland auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. 

Ein besonderes Kleinod ist das Museum für Lackkunst in Münster, das im Besitz von BASF Coatings ist und einen Einblick in eine Kunstform gibt, die insbesondere in Japan eine große Tradition hat. 

Im Geigenbau gilt der Lack noch heute als wesentlicher Bestimmungsfaktor für einen unverwechselbaren Klang. 

Erst 2009 konnte die Frage nach der Zusammensetzung des Lacks geklärt werden, den der legendäre Antonio Stradivari beim Bau seiner Geigen verwendet hatte.

Weitere Informationen:

Dank organischem Lack: Nissan Kleinwagen leuchtet im Dunkeln