Freitag, 6. Dezember 2013

Westfälische Forst- und Agrarwissenschaftler/Ökologen

Von Ralf Keuper

Die Forst- und Agrarwissenschaft hat, beflügelt durch das wachsende Interesse an Fragen der Ökologie, in den letzten Jahrzehnten einen Aufschwung erlebt. Spätestens mit dem Bericht des Club of Rome stehen die Themen Rohstoffverknappung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit ganz oben auf der Agenda der internationalen Politik. Das Modewort der Nachhaltigkeit, das heute in vielen Zusammenhängen gebraucht wird, stammt von dem sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz. 

Große Teile Westfalens sind noch heute Agrarflächen, die Waldbestände im Sauer- und Siegerland zählen zu den größten Deutschlands. Mit ca. 13.000 ha Fläche verfügt die Familie zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg über den größten privaten Forstbetrieb in Nordrhein-Westfalen. Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist der waldreichste Landreis Deutschlands, der Naturpark Rothaargebirge ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands. 

Gute Voraussetzungen also für Forscher mit einem ausgeprägten Interesse für die Tier- und Pflanzenwelt. 

Bernhard Danckelmann war u.a Mitbegründer und zeitweiliger Vorsitzender des Deutschen Forstvereins. Er war langjähriger Leiter der Forstakadamie Eberswalde, die er grundlegend reformierte. 
Eine herausragender Lehrer und Forscher auf dem Gebiet des Pflanzenbaus war Kord Baeumer. Sein Lehrbuch Allgemeiner Pflanzenbau ist bereits ein Klassiker. Einer der Väter der Landschaftsökologie in Deutschland ist der gebürtig aus Datteln stammende Wolfgang Haber. Erwin Welte war geistiger Vater der Agrikulturchemie. 
Edmund Löns, jüngerer Bruder des Heide-Dichters Hermann Löns, war ein bekannter Forstmann und Züchter. Er stand lange Zeit in den Diensten der Familie Brenninkmeyer. Sein Interesse für die Zoologie wurde von Hermann Landois gefördert. 
Aus der bereits erwähnten ungewöhnlich waldreichen Region Siegen-Wittgenstein stammte der Agrarwissenschaftler Adolf Krämer

Einer der vielseitigsten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts war Emil Werth. Wie kaum ein anderer verkörperte er die heute so stark propagierte Interdisziplinarität in der Wissenschaft. Seine ausgedehnten Forschungsreisen führten ihn bis nach Sansibar. Lore Steubing wurde für ihre Forschungen im Bereich der Pflanzenökologie mehrfach ausgezeichnet. Zu den herausragenden Fachvertretern auf dem Gebiet der Angewandten Genetik und Pflanzenzüchtung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehörte F. Wolfgang Schnell

Der ehemalige Fleischfabrikant Karl Ludwig Schweisfurt hat sich nach dem Verkauf seines Unternehmens Herta, zum Zeitpunkt des Verkaufs der größte fleischverarbeitende Betrieb Europas, ganz der ökologischen Lebensmittelherstellung zugewandt. 

Weitere:

Rüdiger Wittig

Karl Dickel

Hermann-Josef Rapp

Emil Woermann

Angelika Schwabe-Kratochwil

Joachim von Braun

August Franz von Haxthausen

Paul Rintelen

Julius Wortmann

Friedrich Griepenkerl

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