Freitag, 11. Oktober 2013

Westfalens älteste Schulen

Von Ralf Keuper

Zu den Früchten der Christianisierung Sachsens durch Karl den Großen zählen auch die ersten Schulen Westfalens. Damit die Bekehrung zum christlichen Glauben voranschreiten konnte und nicht ins Stocken geriet, wurden Schulen benötigt, an denen das nötige Wissen aufbewahrt und vermittelt werden konnte. Zu diesem Zweck gründete Karl der Große mehrere Domschulen in Westfalen, die heute zu den ältesten Schulen im deutschsprachigen Raum gehören: Das Paulinum in Münster, das Theodorianum in Paderborn und das Carolinum in Osnabrück - allesamt um das Jahr 800 gegründet. Das Carolinum und das Paulinum beanspruchen für sich, die älteste noch bestehende Schule Deutschlands zu sein. Dabei ist es gut möglich, dass das Theodorianum in Paderborn noch etwas älter ist. Dafür spricht, dass Karl der Große in Paderborn die einzige Kaiserpfalz auf westfälischem Boden unterhielt und auch hier das älteste Bistum Westfalens gegründet wurde. 
Im Jahr 789 wurde das Friedrichs-Gymansium in Herford gegründet, das damit die offiziell älteste Schule Westfalens wäre bzw. ist.  Jedenfalls befinden sich vier der zehn ältesten Schulen im deutschen Sprachraum in Westfalen

Weitere Schulen mit langer Geschichte in Westfalen sind das Ratsgymnasium in Bielefeld, das Gymnasium Laurentianum in Warendorf, das Gymnasium Remigianum in Borken, das Gymnasium Petrinum in Recklinghausen, das Zeppelin-Gymnasium in Lüdenscheid, das Rivius-Gymnasium in Attendorn, das Ratsgymnasium Minden, das Archigymnasium in Soest und das Gymnasium am Löhrtor in Siegen. Die Aufzählung ließe sich noch fortsetzen. 

Vor dem Hintergrund ist es schon eigentümlich, dass die Gründung der ersten Universitäten in Westfalen sehr viel schleppender verlaufen ist. Zwar wurde die Theologische Fakultät in Paderborn bereits 1614 gegründet, und ist damit die älteste Universität Westfalens, jedoch kann man eigentlich erst mit der Wieder-Gründung der Westfälischen Wilhelms-Universtiät in Münster im Jahr 1902 vom Beginn der akademischen Ausbildung im größeren Stil in Westfalen sprechen. 

Ganz anders sieht es dagegen bei der Reproduktion und Distribution des Wissens aus. So stammt eine ungewöhnlich hohe Anzahl einflussreicher Verleger und Verlage aus Westfalen

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