Montag, 28. Januar 2013

Westfälische Forschungsreisende

Von Ralf Keuper

Immer wieder zieht es Westfalen in die weite Welt. So war es auch vor mehr als dreihundert Jahren als Engelbert Kaempfer sich auf seine Abenteuerreise durch Ostasien begab, die ihn sogar an den kaiserlichen Hof Japans führte - für einen Ausländer der damaligen Zeit ein äußerst seltenes Privileg. Nicht minder wagemutig waren der legendäre Franz Boas, Begründer der modernen Anthropologie, Gerhard Friedrich Müller, Begründer der sibirischen Geschichtsschreibung und Reinhard Maack, Entdecker der White Lady

Vielleicht keine Forschungsreisende im klassischen Sinn, aber gewiss vom selbem Forschergeist und Tatendrang getrieben, der sie weit über die Grenzen Westfalens hinaus führte, sind in dem Zusammenhang Johannes Wesling, Begründer der vergleichenden Anatomie und Embryologie ebenso wie Otto Tachenius, Entdecker der Fettsäure und der erste Chemiker, zu nennen. Weiterhin zählen die Jesuiten und Orientalisten Johannes Löwenklau und Johann Ernst von Hanxleden zu dieser Kategorie. Gewiss kein Forschungsreisender im vorliegenden Sinn, hat sich Johann Moritz Fürst von Nassau-Siegen, auch "Der Brasilianer" genannt, durch seine in Brasilien zusammengetragene ethnografische und naturhistorische Sammlung große Verdienste um die Forschung erworben. Hermann Ulphilas nahm im 18. Jahrhundert, in niederländischen Diensten stehend, an ausgedehnten Seereisen nach den Antillen, Guinea, Südamerika und Batavia teil. Karl Weiken wurde als Polarforscher bekannt. 

Den mit Abstand weitesten Weg auf seiner Forschungsreise hat der Wissenschafts-astronaut Hans-Ulrich Walter zurückgelegt. 

Weitere Forschungsreisende:

Max Raebel

Max Robitzsch

Eduard Friedrich Eversmann

Carl Anton Mense

Weitere Informationen:

Engelbert Kaempfer 1651-1716. Sein Leben und seine Reise

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